Flugtickets bleiben auch dann gültig, wenn der Reisende den Hinflug oder eine Teilstrecke nicht antritt. Mit diesem Urteil hat der Bundesgerichtshof (BGH) die Freiheitsrechte von Flugpassagieren erweitert und die Preisstrategie der Fluggesellschaften teilweise durchkreuzt (Az.: Xa ZR 5/09).

Die Airlines dürfen ihren Fluggästen demnach nicht mehr vorschreiben, ob und in welcher Reihenfolge sie ihre gebuchten Flüge in Anspruch nehmen. Die Beförderungsstatuten vieler Fluggesellschaften enthalten Bestimmungen, wonach Passagiere nicht auf Teile der Flugverbindungen verzichten oder den Hinflug ganz verfallen lassen dürfen.

Bei der Lufthansa heißt es dort: "Der Flugschein verliert seine Gültigkeit und wird nicht zur Beförderung angenommen, wenn Sie nicht alle Flugcoupons vollständig und in der im Flugschein vorgesehenen Reihenfolge ausnutzen. Die Kündigung einzelner Teilstrecken ist vertraglich ausgeschlossen." Der Reisesenat des BGH erklärte die entsprechenden Regeln in den Beförderungsbedingungen von British Airways und der Deutschen Lufthansa für unwirksam und folgte damit der Klage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen. Nach der neuen Rechtsprechung dürfen Airlines allerdings Aufschläge verlangen, wenn Passiere Tickets anders als vorgesehen nutzen.

Mit den Klauseln wollen Fluggesellschaften ausschließen, dass ein Fluggast etwa einen Langstreckenflug mit Zubringerflug bucht, weil er billiger ist als der Direktflug, dann aber nur den Fernflug nutzt, weil er am Umsteigeort wohnt. So bietet die Lufthansa Transatlantik-Abflüge von außerhalb Deutschlands billiger an, weil sie dort mehr Konkurrenz hat als im Inland.

Der BGH befand, der Schutz des Preissystems der Airlines rechtfertige es nicht, Kunden die Wahl zu nehmen. Dazu reichten etwa auch Aufschläge auf den Ticketpreis.