Thailand zählt zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Im vergangenen Jahr kamen 573.389 Gäste aus Deutschland in das südostasiatische Königreich. Bangkok, die thailändische Hauptstadt, ist ein wichtiger Drehpunkt des internationalen Flugverkehrs. 

Seit Beginn der Demonstrationen der außerparlamentarischen Opposition in Bangkok fühlen sich Reisende zunehmend durch die Berichte und Bilder aus der Stadt verunsichert. "Wir erhalten zur Zeit viele Anrufe von Deutschen, die nach Thailand reisen möchten, aber Angst vor Unruhen haben", sagt eine Mitarbeiterin der Deutschen Botschaft in Bangkok. Im Zug der Massendemonstrationen hatten die sogenannten Rothemden unter anderem Blut vor dem Parlamentsgebäude ausgegossen, um so eine Auflösung des Kabinetts zu fordern.

Der Protest richtet sich vor allem gegen den amtierenden Premierminister Abhisit Vejjajiva. Dieser hatte am Mittwoch den Ausnahmezustand über die Stadt verhängt, nachdem Demonstranten das Parlament gestürmt hatten. "Laut Aussagen der Regierung ist keine gewaltsame Räumung des Parlaments geplant. Man sieht viele Rothemden in den Straßen, aber die Stimmung hier ist friedlich", sagt eine Botschaftsangehörige. Wegen des anstehenden Neujahrsfests am 13. April verlassen gerade viele Einwohner die Stadt, um Verwandte auf dem Land zu besuchen.

Wie das Auswärtige Amt meldete, kommt es durch die Demonstrationen zu Straßensperren. "Für Touristen besteht weiterhin keine Gefahr oder Einschränkung in Bangkok. Nur wenige Teile der Stadt sind direkt von den Demonstrationen betroffen, und alle touristischen Attraktionen können nach wie vor uneingeschränkt besichtigt werden", sagt Suwalai Pinpradab, Direktorin des Thailändischen Fremdenverkehrsamtes in Frankfurt. "Das Thailändische Fremdenverkehrsamt steht in engem Kontakt mit örtlichen Einrichtungen. Wir empfehlen Touristen, die von den Demonstrationen betroffenen Gebiete vorerst zu meiden, insbesondere die Ratchadamnoen Avenue, die Makkawan Rangsan Bridge in der Nähe des Government House und das Viertel um die Ratchaprasong Road." Eine Ausgangssperre besteht jedoch nicht. Im Viertel um die Ratchaprasong Road befinden sich beispielsweise die Einkaufszentren CentralWorld und Siam Paragon sowie die Hotels Four Seasons Bangkok und Grand Hyatt Erawan.

Das Auswärtige Amt schließt nicht aus, dass es noch zu Ausschreitungen kommen könnte. Reisende sollten Menschenansammlungen deswegen meiden. Die beiden Flughäfen der Stadt sind jedoch nicht betroffen. Flüge nach und von Bangkok seien uneingeschränkt möglich. Letzteres ist vor allem für Reisende wichtig, die jetzt, zum Ende der Hochsaison, noch auf die Halbinsel Phuket und zu den Tourismusregionen im Süden weiterreisen wollen. In Thailands Badeorten ist von den Unruhen nichts zu spüren.