Sehnsuchtsstädte haben große Wahrzeichen: San Francisco die Golden Gate Bridge, Rio de Janeiro den Cristo Redentor, Sydney seine Oper. Doch diese Wahrzeichen sind von Menschen gemacht. Kapstadt hat den Tafelberg. Der sieht aus, als hätte Gott ihn mit seiner Hand flach gedrückt. Das charakteristische Plateau des Bergs überragt die Stadt, die vor allem von November bis März Reiseziel für Sonne suchende Touristen, Filmteams und Foto-Crews ist. Sie kommen zu Tausenden – Kapstadt ist eines der beliebtesten Reiseziele Afrikas – und sie kommen nicht nur wegen des Lichts und der Strände. Sie kommen vor allem wegen der Schönheit des Westkaps.

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Kapstadt ist eine kulturell vielfältige Stadt: sie verbindet Einflüsse aus Afrika, Europa, Indien und Asien. Die südafrikanische Küche spiegelt dies wieder. Genau wie die Architektur und die Mode. Oder das Nachtleben und die Musik. Das multikulturelle Miteinander scheint auf den ersten Blick zu funktionieren, doch die Stadt trägt noch am schweren Erbe des Apartheid-Regimes. Robben Island , die in Sichtweite der Stadt liegende Gefängnisinsel, auf der Nelson Mandela inhaftiert war, ist heute ein Museum und Ausflugsziel und damit auch ein Symbol dafür, wie das Land einmal war und wie es sich gewandelt hat. In Kapstadt vollzieht sich der Wandel schneller als im Rest des Landes, er ist Dauerzustand. Das Stadtzentrum ist in den letzten Jahren sicherer geworden. Ganze Stadtviertel wurden saniert.

Zu den schönsten Ecken der Stadt zählen aber die Strände False Bay und Camps Bay. Hier kann man baden (wenn das Wasser nicht zu kalt ist), bummeln, Essen gehen. Weiter nördlich, am Blouberg-Strand gegenüber von Robben Island, treffen sich die Wellenreiter. Im botanischen Garten Kirstenbosch kann man mit Blick auf die östlichen Ausläufer des Tafelbergs unter Kampferbäumen flanieren. Die Anlage gehört zum Unesco-Welterbe und gilt als einer der schönsten Gärten des Landes.

Berühmt ist die Stadt am Westkap mit ihren knapp dreieinhalb Millionen Einwohnern jedoch vor allem für ihr Nachtleben. Besonders entlang der Longstreet fällt die Entscheidung schwer zwischen den vielen Restaurants, Jazz-Bars und Nachtclubs. Jetzt, zur Weltmeisterschaft, bereitet man sich hier auf ein langes, fröhliches Fußballfest vor.