Die spanische Fluglotsengewerkschaft USCA teilte mit, sie wolle Verantwortungsbewusstsein zeigen und von ihrem Streikrecht im August keinen Gebrauch machen. Damit nehme man Rücksicht auf die Belange der Tourismusbranche des Landes, sagte ein Gewerkschaftssprecher. 

Vor einer Woche hatten die Lotsen in einer Urabstimmung mit überwältigender Mehrheit für einen Streik gestimmt. Zunächst hatten sie aber offengelassen, wann dieser beginnen und wie lange er dauern soll. Dennoch nahm die Flughafenbehörde umgehend wieder Verhandlungen mit der Lotsengewerkschaft auf, um einen Streik mitten in der Reisezeit noch abzuwenden.

Die Branchenverbände hatten darauf hingewiesen, dass aufgrund der anhaltenden Ungewissheit viele Urlauber Reiseziele außerhalb Spaniens ansteuerten. Nach Angaben des Hotelierverbandes CEHAT brachte die Streikdrohung der Branche pro Tag Verluste von 40 Millionen Euro ein. Der Tourismus ist der wichtigste Wirtschaftszweig in Spanien. Er steuert etwa elf Prozent zum Bruttosozialprodukt bei. 

Die Fluglotsen wehren sich gegen eine Verschlechterung ihrer Arbeitsbedingungen. Die Regierung in Madrid will für die Angestellten der staatlichen Betreibergesellschaft der Flughäfen (AENA) die Ruhezeiten verringern und auch die Überstundenregelung zu Ungunsten der Beschäftigten korrigieren.

Nun hoffen die Lotsen, dass nach ihrer "Geste des Einlenkens" die Verhandlungen mit der AENA fortgesetzt werden können.