Erst brannte es in einem Hotel, einem Alten- und Pflegeheim sowie in einer Bildungsstätte, jetzt fingen ein Carport, eine Gartenlaube und Altpapier im Keller eines Krankenhauses Feuer. Spätestens seit diesen erneuten nächtlichen Bränden in Westerland geht die Sylter Polizei von Brandstiftung aus.

Für die Fahndung wurde eine spezielle Ermittlungsgruppe gebildet. Unterstützung bekommen die Ermittler der Urlaubsinsel von acht Experten der Kriminalpolizei aus Flensburg, Niebüll und Husum sowie des schleswig-holsteinischen Landeskriminalamtes. Am Vormittag waren Brandmittelspürhunde aus Kiel und Lübeck im Einsatz.

Die drei neuen Brände konnten schnell gelöscht werden und richteten keinen großen Schaden an. Verletzt wurde niemand. Da die Feuerwehr ohnehin in Alarmbereitschaft war, kamen die Einsatzkräfte schnell an die Brandorte und konnten die Feuer sofort löschen. Bei den Bränden in der Nacht zum Montag entstanden dagegen Millionenschäden. Vier Menschen wurden verletzt, 350 mussten die Nacht auf dem Sylter Flughafen verbringen.

Die Ursache für die Brände war zunächst unklar. Der Einsatzleiter der Polizei will Brandstiftung aber nicht mehr ausschließen. "Es sieht fast danach aus", sagte er. Ob es immer der gleiche Täter sei oder es sich nun um einen Trittbrettfahrer handelt, war unklar. Die Ermittler halten auch einen Zusammenhang mit einem Feuer in einem Appartementhaus in Westerland für möglich. Dort hatte es am zwölften August gebrannt.

Sylts Bürgermeisterin Petra Reiber versuchte, die Gefahr herunterzuspielen. Es habe in der Geschichte der Nordseeinsel schon häufiger solche Brandserien gegeben, sagte sie. Einen Zusammenhang mit dem Ruf Sylts als Insel der Reichen und Schönen sieht sie nicht. "Ich glaube nicht, dass ein Brandstifter die Taten politisch motiviert und gezielt gegen Urlauber begangen hat."

Ob der vom Tourismus lebenden Insel neben den Sachschäden auch Einbußen durch das Fernbleiben von Besuchern entstehen werden, bleibt abzuwarten.