Mehr als die Hälfte aller Deutschen sind aktive Wanderer. Das hat die erste nationale Grundlagenstudie des Deutschen Wanderverbands ergeben, die in Zusammenarbeit mit dem Bundeswirtschaftsministerium erstellt wurde. Das Wandern unterscheidet sich insofern von anderen im Freien ausgeübten Sportarten, als es zu allen Jahreszeiten ausgeführt wird. Selbst im Winter sind 20 bis 25 Prozent der Deutschen unterwegs.

Der Begriff des Wanderns ist dabei sehr eng gesteckt und geht deutlich über einen normalen Spaziergang hinaus. Eine Wanderung umfasst nach der Definition des Wanderverbands einen Zeitraum von etwa einem halben Tag, in dem eine Strecke von etwa 13 Kilometern mit moderater bis zügiger Geschwindigkeit beschritten wird.

Die Studie prognostiziert, dass der Anteil der aktiven Wanderer von derzeit 56 Prozent im Lauf der nächsten 50 Jahren auf mehr als 60 Prozent ansteigen wird. 

Wandern wird daher für die Tourismusindustrie immer interessanter. Schon heute sind nach Angaben des Wirtschaftsministeriums etwa 144.000 Arbeitsplätze mit dem Wandertourismus verbunden. Für Ausrüstung, Vorbereitung und Verpflegung geben die Hobbysportler mehr als 11 Milliarden Euro pro Jahr aus. Davon verbleiben geschätzte 7,5 Milliarden Euro in den Wanderregionen.

Für die Studie wurden erstmals Wanderer anhand ihrer Lebensstile klassifiziert. Das Ergebnis zeigt, dass sich die Zielgruppe der Wanderer in den vergangenen Jahren geändert hat. Galten früher eher bodenständige Menschen als wanderaffin, so sind es nun überwiegend die "Weltoffenen", die "Kritischen", die "Anspruchsvollen" und die "Realisten". Die Gruppen wurden von der Gesellschaft für Konsumforschung definiert. Sie gelten als anspruchsvoll und sind besonders interessiert an "Natur- und Umwelt erleben" und "Gesundheit"

Von den geschätzten 300.000 Kilometern Wanderwegen in Deutschland werden rund 200.000 Kilometer von den Wandervereinen in ehrenamtlicher Arbeit gepflegt und markiert. Diese Arbeitsleistung entspricht nach Angaben der Studie 213 Vollzeitstellen.