Europas größter Flughafen kann am Dienstag nur etwa 30 Prozent der Flüge abwickeln, wie der Flughafenbetreiber mitteilte. Weiterhin steht dort nur eine der beiden Start- und Landebahnen zur Verfügung.

In den fünf Terminals von London-Heathrow lagen Passagiere auf Decken und Isomatten. Viele beschwerten sich, es gebe keine Versorgung und keine Informationen vom Flughafen und den Fluggesellschaften. Manche hatten bereits die dritte Nacht in Folge im Terminal verbracht.

Der zweitgrößte Londoner Flughafen Gatwick war über Nacht wegen neuen Schnees geschlossen gewesen.

Viele Reisende versuchten deshalb, Großbritannien auf anderen Wegen zu verlassen. Die Kanalfähren zählten deutlich mehr Passagiere ohne Auto. Vor dem Terminal des Eurostar-Zuges in der Londoner Innenstadt bildete sich eine Warteschlange von bis zu einem Kilometer Länge. Doch auch der Zug, der unter dem Ärmelkanal hindurch London mit Brüssel und Paris verbindet, verkehrte nur eingeschränkt.

"Wir mussten die Geschwindigkeit reduzieren", erläuterte ein Eurostar-Sprecher. Normalerweise fahren die Züge außerhalb des Kanaltunnels 300 Kilometer pro Stunde. Derzeit könnten sie streckenweise nur mit Tempo 230, teilweise mit Tempo 170 unterwegs sein. Der reduzierte Fahrplan gelte bis Ende der Woche. Eurostar bot an, bis zum 25. Dezember Tickets umzutauschen.

Auch andernorts gab es Probleme. Auf dem internationalen Flughafen Brüssel-Zaventem fielen zahlreiche Flüge aus, andere verspäteten sich. Auch in Frankfurt machten Kälte und Schnee das Fliegen schwer. Bisher seien 300 der insgesamt rund 1300 geplanten Flüge gestrichen, sagte ein Flughafensprecher. Kurz nach 5 Uhr war der größte deutsche Flughafen für mehrere Stunden gesperrt worden. Die Lufthansa fliegt nach einem Sonderplan.

Auf den anderen großen deutschen Verkehrsflughäfen gab es keine großen Beeinträchtigungen. In München wurden nach Angaben eines Flughafensprechers bislang 40 von 1000 Verbindungen gestrichen, was aber nicht auf Probleme in München zurückzuführen sei. Alle Bahnen seien frei und es gebe strahlenden Sonnenschein.

Wegen der Sperrung anderer Airports standen in München 24 Flugzeuge mehr als geplant. Sie waren dorthin umgeleitet worden. Auch in Düsseldorf startete der Flugbetrieb normal. 20 Flüge seien wegen Sperrungen anderer Flughäfen annulliert worden, sagte ein Sprecher.