Auf Kunden der Bahn-Konkurrenten kommt eine neue Geduldsprobe zu: Die Lokführergewerkschaft GDL wird im Personenverkehr wieder streiken. Der Ausstand beginne am Donnerstag um 2 Uhr morgens und ende 48 Stunden später in der Nacht zum Samstag, teilte die Gewerkschaft mit. GDL-Chef Claus Weselsky hatte bereits Anfang der Woche Streiks bei den Bahnunternehmen Veolia, Abellio, Netinera, Benes und der Hessischen Landesbahn angekündigt.

Mit dem dritten Streik seit Ende März will die Gewerkschaft ein Angebot für einen Rahmentarifvertrag erzwingen, der allen 26.000 Lokführern in Deutschland auf längere Sicht ein gleiches Einkommensniveau und gleiche Arbeitsbedingungen sichern soll.

Mit dem Privatunternehmen Keolis (Eurobahn) waren die Gespräche erfolgreich, ein Streik dort ist damit abgewendet.

Bei den Tarifgesprächen der Lokführer mit der Deutschen Bahn näherte man sich ebenfalls an. Zwar brachen die Tarifparteien in der Nacht nach 18 Stunden ihre Verhandlungen ab, die Gespräche seien aber "definitiv nicht gescheitert", sagte eine Gewerkschaftssprecherin.

Die GDL fordert auch von der Bahn einen bundesweiten Rahmentarifvertrag für Lokführer, der auch bei Konkurrenzunternehmen und im Nah-, Fern- sowie im Güterverkehr gilt. Einzelheiten soll jeweils ein Haustarifvertrag regeln. "Der Rahmentarifvertrag steht ziemlich, nur beim Haustarifvertrag hakt es noch", sagte die GDL-Sprecherin. Freitag wird weiter verhandelt.

20.000 der 26.000 Lokführer in Deutschland arbeiten bei der DB. Der Rest fährt für die Bahn-Konkurrenz, vor allem bei den fünf jetzt bestreikten Unternehmen und bei Keolis.