Handgepäck: Neben Spielzeug und (Vor-)Lesefutter können an Bord hilfreich sein: Wechselwäsche (am besten nach dem Zwiebelprinzip, die Klimaanlagen werden sehr unterschiedlich eingestellt...), Kuscheltier oder -decke (hilft beim Einschlafen in der aufregenden Umgebung), Babynahrung beziehungsweise Snacks für zwischendurch, zur Sicherheit Zäpfchen gegen Fieber und Reisekrankheit, abschwellende Nasentropfen (eine freie Nase macht den Druckausgleich leichter), Kaugummis für größere Kinder oder Schnuller und Fläschchen für Babys (Kauen und Nuckeln hilft ebenfalls bei Start und Landung).

Infektionen: Hat sich das Kind vor dem Flug einen Schnupfen gefangen, sollten Eltern sich von ihrem Kinderarzt beraten lassen. Bei einer schweren Infektion sollte man nicht fliegen; dann schaffen die Kleinen den Druckausgleich nicht. Bei einem leichten Schnupfen helfen Nasenspray oder -tropfen.

Jet-Lag: Der niederländische Schlafforscher Eus van Someren rät, nach der Ankunft viel Zeit draußen zu verbringen, um das Sonnenlicht auf sich wirken zu lassen. "Dann stellt sich die innere Uhr am ehesten auf die Gegebenheiten ein. Im düsteren Hotelzimmer kann der Körper irgendwann gar nicht mehr unterscheiden, ob es Tag oder Nacht ist."

Kosmische Strahlung: Eltern, die gelegentlich mit ihren Kindern fliegen, müssen sich wegen der Höhenstrahlung keine Sorgen machen. 

Lüftung: Sie sollte dem Kind nicht direkt ins Gesicht pusten. Einfach oben in der Decke zudrehen.

Mitfliegen: Kinder unter zwei Jahren dürfen (fast) kostenlos auf dem Schoß ihrer Eltern mitfliegen. Ab dem zweiten Geburtstag zahlen sie dann aber leider (fast) den vollen Preis.

Notfälle: Kindernotfälle an Bord sind sehr selten. Die häufigsten Probleme sind laut Pollmann: Kreislaufschwächen und Hyperventilation durch Aufregung. "Bleiben Sie ruhig, das hilft am besten", sagt der Flugmediziner. "Die Gefühle der Eltern übertragen sich nämlich direkt auf ihre Kinder." Flugangst, Aufregung und Stress etwa. Aber eben auch Ruhe und die Vorfreude auf den Urlaub.

Ohrenschmerzen: Wie Erwachsene tun sich auch einige Kinder schwer mit dem Druckausgleich bei Start und Landung, besonders wenn sie erkältet oder noch sehr klein sind – denn in den ersten Lebensmonaten sind die Nasennebenhöhlen noch nicht voll entwickelt. Flugmediziner Pollmann empfiehlt für kleine Kinder: Bei Start und Landung das Baby an die Brust nehmen, ihm Fläschchen oder Schnuller geben. Das Nuckeln lindert Ohrenschmerzen. Größeren Kindern kann man einen Kaugummi geben oder etwas zu trinken. Aber, auch wenn das in einigen Ratgebern empfohlen wird, rät Pollmann davon ab, ein schlafendes Kind extra zu wecken: "Die schreien dann meist, weil sie aus dem Schlaf gerissen wurden. Nicht wegen Ohrenschmerzen."

Rhythmus: Der gewohnte Ess- und Schlafrhythmus reduziert den Stress bei Kindern deutlich, besonders bei Langstreckenflügen und Zeitumstellungen.

Sitz: Pollmann empfiehlt einen Sitzplatz in den vordersten Reihen oder aber gleich über den Flügeln: Dort ist das Flugzeug am ruhigsten. Hinten wird es eher mal turbulent und das löst bei einigen Kindern Übelkeit aus.