Die Lufthansa geht im Tarifstreit mit den Flugbegleitern auf eine maßgebliche Forderung der Gewerkschaft Ufo ein. "Lufthansa verzichtet einseitig, auf absehbare Zeit und ohne weitere Vorbedingungen auf den Einsatz von externen Kabinencrews in Berlin ", sagte Vorstandschef Christoph Franz .

In der Hauptstadt setzt das Unternehmen Leiharbeitskräfte ein, die anfangs zwar das gleiche Gehalt wie die Angestellten der Lufthansa erhalten, aber länger arbeiten müssen und geringere Aufstiegsmöglichkeiten haben. Lufthansa hatte bereits zugesagt, das Modell bei einem Tarifabschluss zu beenden.

Damit kommt wieder Bewegung in die zuvor festgefahrenen Verhandlungen. Die Gewerkschaft Ufo und die Lufthansa hatten bereits zuvor bestätigt, dass sie wieder miteinander reden und gemeinsam versuchen, eine Lösung für den Konflikt zu finden. Ein Schlichter könnte dabei helfen: So werden bereits der frühere SPD-Chef Franz Müntefering , der Hamburger Ex-Bürgermeister Henning Voscherau ( SPD ) und der frühere Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier als mögliche Schlichter genannt.

Streik wird nachwirken bis nächste Woche

Ungeachtet der Verhandlungen werden die Mitarbeiter der Gewerkschaft Ufo ihren Streik bis 24 Uhr fortsetzen. Auf der Website der Lufthansa ist zu erfahren, welche Verbindungen ausfallen. Der 24-Stunden-Streik der Flugbegleiter hat auch Auswirkungen auf den Flugplan der nächsten Tage. Für Samstag bis Donnerstag hat das Unternehmen weitere Flugausfälle angekündigt. Am heutigen Freitag hatte sie knapp 1.000 Flüge im gesamten Netz gestrichen .

Etwa 100.000 Passagiere dürften Schätzungen zufolge von dem Streik betroffen sein. 
Noch nie gab es in der Geschichte der Lufthansa einen derartigen Ausstand. Aufgerufen sind etwa 18.000 Beschäftigte in Frankfurt, München , Düsseldorf, Berlin, Hamburg und Stuttgart . 

 
Bereits am Donnerstag waren etwa 50 Abflüge aus dem Ausland abgesagt worden. Normalerweise befördert Lufthansa an einem Freitag etwa 170.000 Menschen.

Wegen des Streiks bei der Lufthansa hat die Deutsche Bahn am Freitag bis zum Abend rund 10.000 zusätzliche Passagiere gezählt. Besonders auf den Strecken Frankfurt-München und Frankfurt-Berlin seien mehr Menschen unterwegs gewesen, sagte ein Sprecher. Bis zum Nachmittag sei die Bahn aber ohne zusätzliche Züge ausgekommen.



Ufo fordert in dem seit 13 Monaten währenden Tarifkonflikt fünf Prozent mehr Lohn, das Ende der Leiharbeit und Schutz gegen die Auslagerung von Jobs. Lufthansa bietet bei einer längeren Laufzeit 3,5 Prozent Lohnerhöhung, plant aber eine konzerninterne Billig-Tochtergesellschaft mit niedrigeren Gehaltstarifen. Für die verbleibenden Mitarbeiter will das Unternehmen die Gehaltsstufen abflachen und für Neueinsteiger niedrigere Bedingungen durchsetzen. Der Streik kostet die Lufthansa viel Geld. Die ersten beiden Streiktage verursachten Kosten in Höhe von insgesamt mehr als zehn Millionen Euro.