Die Gewerkschaft der Flugbegleiter (Ufo) hat angekündigt, ihre Streiks am Dienstag fortzusetzen. Die Zentrale Streikleitung berate noch, wo und wann genau diese Streiks stattfinden werden. Der Dienstag werde aber "sicherlich ausgeweitete Streiks in Bezug auf Orte und Zeiten beinhalten", teilte die Ufo mit. Näheres werde sechs Stunden vor Beginn bekanntgegeben.

Laut Frankfurter Allgemeiner Zeitung gelten Düsseldorf , München und Berlin in Gewerkschafterkreisen als favorisierte Streikstandorte für Dienstag. Die Gewerkschaft bestätigte dies zunächst nicht.

Fluggäste müssen sich voraussichtlich wieder auf erhebliche Behinderungen einstellen. Ein Lufthansa-Sprecher sagte, man werde sich zwar auf den geplanten Ausstand so gut es gehe vorbereiten. Allerdings sei eine Vorlaufzeit von sechs Stunden sehr knapp. "Eigentlich ist es Usus, dass man das 24 Stunden vorher bekanntgibt, damit wir die Gäste rechtzeitig informieren können", sagte der Sprecher. Die Airline werde den Passagieren detaillierte Informationen über ihre Flüge bereitstellen, sobald Genaueres bekannt sei.

Die Lufthansa bedauerte, dass der Konflikt weiter verschärft werden soll. "Wir sind weiter der Ansicht, dass wir ein attraktives Angebot vorgelegt haben", sagte der Sprecher weiter. Die Ufo sieht das anders. "Wir werden so lange kämpfen, bis die Lufthansa zu fairen, akzeptablen Verhandlungen zurückkehrt." Ufo fordert fünf Prozent mehr Lohn für die etwa 19.000 Lufthansa-Flugbegleiter bei einer Vertragslaufzeit von 15 Monaten. Das Unternehmen bietet bisher 3,5 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von drei Jahren sowie den Verzicht auf Leiharbeit und betriebsbedingte Kündigungen.

Bei dem ersten Streik am Freitag waren in Frankfurt etwa 200 Lufthansa-Flüge ausgefallen, etwa 26.000 Passagiere saßen fest. Der dadurch ausgelöste Rückstau hatte weit über Frankfurt hinaus Folgen. Der Flughafenbetreiber Fraport musste für anderthalb Stunden alle Starts von einem deutschen und europäischen Flughafen mit Zielort Frankfurt stoppen, weil alle Parkpositionen von bestreikten Lufthansa-Maschinen besetzt waren. Auch am Samstag fielen weitere 19 innerdeutsche und europäische Flüge aus. Für die Lufthansa entstand nach eigener Darstellung ein Schaden in Millionenhöhe.