Ärzte und Krankenhäuser in Spanien verweigern immer wieder erkrankten oder verletzten Touristen aus anderen EU-Staaten die ihnen zustehende kostenlose Behandlung. Anstatt Touristen aus anderen EU-Staaten gegen Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte in Notfällen kostenlos zu untersuchen, verlangen die Ärzte in vielen Fällen zuerst entweder eine Bezahlung in Bar oder per Kreditkarte oder die Vorlage einer Reiseversicherung. 

Mit der Versicherungskarte haben Touristen aus der Europäischen Union das Recht auf die gleiche Behandlung wie Spanier – und die ist in der Regel umsonst. Die EU-Kommission hat deswegen ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet.    

Es sei eine "weit verbreitete Praxis", dass spanische Krankenhäuser EU-Ausländern eine Notfallbehandlung verweigerten, kritisierte ein Kommissionssprecher. "Wir haben Hunderte Beschwerden von Menschen bekommen, denen es so ergangen ist und in vielen Fällen hatten sie ernsthafte Schmerzen", sagte der Sprecher. 

Das Problem ist schon länger bekannt, die EU-Kommission steht deswegen bereits seit 2010 mit der spanischen Regierung in Kontakt. Die versprach zwar, den Missstand zu beseitigen, die Kommission erhält aber weiterhin Beschwerden über Krankenhäuser besonders aus touristischen Gebieten. Die Brüsseler Institution fordert daher nun im ersten Schritt eines Vertragsverletzungsverfahrens von Spanien weitere Informationen innerhalb der nächsten beiden Monate.