Das rasante Wachstum der Luftfahrtindustrie stellt die Fluglinien zunehmend vor Probleme. Die Ausbildung von Piloten und Mechanikern kann mit der steigenden Nachfrage nicht mithalten. Laut einer von Boeing in Auftrag gegebenen Prognose werden bis 2032 knapp 500.000 neue Piloten für den Passagierverkehr benötigt, berichtete CNN. Besonders Asien ist demnach betroffen: Dort würden in den nächsten 20 Jahren 192.300 neue Piloten sowie 215.300 Wartungsmechaniker gesucht.

Experten der Pilotenausbildung warnten vor den Konsequenzen. Während die Airlines all ihre Mittel für neue Flugzeuge ausgäben, bleibe für das Training von Piloten, Ingenieuren und Managern kaum mehr Geld übrig, wurde Bony Sharma von der Mil-Com Aerospace Group zitiert. Gut ausgebildetes Personal sei aber nötig, um die Flugzeuge funktionsfähig und sicher zu halten. "Das ist die größte Herausforderung, vor der wir stehen."

Sharma verwies als Beispiel auf die vietnamesische Gesellschaft VietJet Air, bei der seine Firma für das Training zuständig ist. VietJet Air habe im Februar für 6,4 Milliarden Dollar 63 Airbus-Maschinen gekauft und sieben weitere geleast. Aufgrund der hohen Konkurrenz in Asien leide das Unternehmen aber unter einem "äußerst ernsten" Pilotenmangel. "Selbst wenn wir morgen 100 Flugschulen eröffnen würden, wäre das nicht genug", sagte Sharma.

Randy Tinseth von Boeing sagte, die Hersteller müssten mit Regierungen, Ausbildungszentren und Fluggesellschaften zusammenarbeiten, um einen Plan für die Pilotenausbildung zu entwickeln. Wettbewerber Airbus kündigte in der vergangenen Woche an, in Kooperation mit Singapore Airlines für 64 Millionen Dollar eine Ausbildungsstätte für Piloten in Singapur zu bauen.

Die Pilotenausbildung dauert dem Bericht zufolge mindestens anderthalb Jahre, die Ausbildung qualifizierter Mechaniker sogar fünf Jahre.