Manuel Christa fährt mit dem Fahrrad von Nürnberg ans Nordkap, nach eigener Berechnung 4.444 Kilometer in 66 Tagen. Ohne Gepäckträger ("zu schwer"). Dafür mit einer Sattelstangentasche, einer Lenkertasche, einem Rucksack, einer Handyhalterung und zwei Trinkflaschenhaltern.

Platz ist nur für das Notwendigste:

"Das Zelt wiegt 2.000 Gramm. Es ist ein Komfortkompromiss. Eine Dackelgarage nur zum Liegen wäre leichter, ich habe mich aber für ein Zelt entschieden, in dem man auch sitzen kann. Der Schlafsack (500 Gramm) kommt in den Rucksack, die Luftmatratze (500 Gramm) zum Zelt nach vorne in die Lenkertasche.

In Schweden, Norwegen und Finnland ist Wildzelten erlaubt. Wenn ich nicht auf einem Campingplatz übernachte, benutze ich einen Vier-Liter-Wasserbeutel mit Duschaufsatz. Außerdem habe ich Kernseife, Handtuch, Zahnbürste und -pasta, Bürste, Haargummi, Deo, Mückenspray und Sonnencreme dabei.

Zur Campingausrüstung gehören ein Spirituskocher, eine Tasse, ein Topf, Spiritus, Feuerzeuge, Streichhölzer, eine Stirnlampe, ein Spork – ein hybrides Essbesteck aus Löffel (spoon) und Gabel (fork). An Verpflegung nehme ich Nudel- und Reisfertiggerichte, Gewürze, Müsliriegel, Magnesium und Kaugummi mit.

Besser mehr Unterwäsche

In die Sattelstangentasche kommt die Kleidung, insgesamt knapp 3.000 Gramm: zwei T-Shirts aus Polyester und ein Poloshirt aus Polyester, das trocknet schnell, und man kann damit auch abends ausgehen. Bei der Unterwäsche habe ich einen Kompromiss gemacht. Sieben Unterhosen und einmal die Woche waschen, das geht nicht. Statt der zunächst geplanten zwei habe ich aber nun doch drei Unterhosen und drei Paar Socken mit. Je eine Garnitur ist immer in der Wäsche, eine am Körper und eine immer sauber. Dazu kommen:

  • 1 Weste aus Merinowolle, geruchsneutral und wärmend
  • 1 Regenjacke
  • 1 Windjacke
  • Armlinge und Beinlinge, also Baumwollstulpen
  • 1 lange Skiunterhose und 1 Skiunterhemd zum Schlafen
  • 1 Radlerhose mit Sitzpolster
  • 1 kurze Hose
  • 1 Wanderhose (400 Gramm, während eine Jeans etwa 1000 Gramm wiegt)
  • Flip-Flops
  • Klickschuhe für Fahrradpedale plus Wechselabsätze zum Laufen

Bliebe das technische Gerät: Ich habe ein Smartphone mit Kopfhörern und Ladegerät. Darauf sind Wegkarten, Filme, E-Books, und ich kann damit Fotos gleich online stellen. Zusätzlich habe ich eine kleine Systemkamera und SD-Speicherkarten dabei. Die Geräte lade ich mit einem Din-A-4-Solarladepanel (500 Gramm) und einem Pufferakku, der sich über den Nabendynamo laden lässt. Fürs Fahrrad habe ich Flickzeug, Ersatzspeichen, Luftpumpe, Schloss und Bremsbeläge.

Ach so, und dann wäre da die Frage, ob man einen Fahrradhelm braucht. Der schaut doof aus, ist unbequem und der Kopf wird warm. Aber ja, kommt auch mit. Meiner wiegt 300 Gramm.

Nächster Teil: Raul Krauthausen über die wichtigsten Utensilien fürs Reisen mit Rollstuhl