ZEIT ONLINE: Von wo aus hat man den besten Blick auf die Stadt und was sieht man dort?

Ana Rovati: Ach du meine Güte! Wenn es eine Stadt mit tollen Ausblicken gibt, dann ist das Rio. Ein Ort, dessen Besuch nichts kostet, der kaum bekannt ist und von dem man einen super Blick über die Stadt hat, ist der Parque das Ruínas im Viertel Santa Teresa.

ZEIT ONLINE: Wo triffst Du Dich am liebsten mit Freunden und warum gerade dort?

Rovati: Im Flamengo-Park, Aterro do Flamengo. Dort ist es ruhiger als am Strand. Unter den vielen Kokospalmen kann man prima im Schatten liegen und picknicken. Ich bin sonntags oft da und spanne aus. Von dort aus sieht man die Bucht und im Hintergrund den Zuckerhut. Ich gehe aber auch gerne in den Botanischen Garten zum Wasserfall. Man vergisst, dass dahinter die lärmende Stadt ist.

ZEIT ONLINE: Wo hattest Du ein wirklich tolles Erlebnis?

Rovati: Am Gavea-Felsen im Tijuca-Nationalpark. Dorthin habe ich eine Nachtwanderung gemacht. Wir sind um drei Uhr früh aufgestanden und waren pünktlich zum Sonnenaufgang oben. Der anstrengende Aufstieg hat sich gelohnt! Als ich da oben stand, war ich überwältigt.

Copacabana - Rio de Janeiro bereitet sich auf die Fußball-WM vor

ZEIT ONLINE: Was sollte man gegessen oder getrunken haben, und wo?

Rovati: Auf jeden Fall Fischbällchen (bolinho de bacalhao) und Bohneneintopf (feijoada) in der Bar do Mineiro in Santa Teresa.

ZEIT ONLINE: Welches Souvenir sollten Reisende aus Deiner Stadt unbedingt mitbringen?

Rovati: Die sollen sich an fröhliche Menschen erinnern, die trotz vieler Schwierigkeiten hier weitermachen und kämpfen, und ihr Leben auf eine so optimistische und heitere Art leben. Außerdem sollten sie versuchen, ein bisschen von unserem Rhythmus mitzunehmen. Egal, welcher Musikstil – der ist einfach in uns drin. Geht einfach raus auf die Straße! Sprecht mit den Menschen, hört zu, sammelt Erfahrungen, geht in die Bars. Und am Dienstag auf jeden Fall zur Samba-Party am Salzfelsen!

Dienstags geht man an den Salzfelsen. © CC BY-SA 2.0 Luiz Fernando / Sonia/flickr

ZEIT ONLINE: Was sollte man über Deine Stadt unbedingt wissen?

Rovati: Rio war abgesehen von seiner natürlichen Schönheit lange Zeit auch das politische und wirtschaftliche Herz unseres Landes. Die Stadt ist wahnsinnig alt. In der Altstadt wird man auf jede Menge brasilianische Geschichte stoßen: Historische Gebäude, Winkel und Plätze, die in verschiedenen Epochen wichtig waren für unser Land. Zum Beispiel der Platz des 15. Novembers oder Cinelândia. 

ZEIT ONLINE: Was ist typisch?

Rovati: Zu spät zu kommen! Wenn Du Dich für 19 Uhr in einer Bar verabredest, glaub' nicht, dass um 19 Uhr jemand dort ist! (lacht) Hier sagen auch alle valeu statt obrigado, wenn sie sich bedanken. Ah, und Du solltest Dich nicht darüber wundern, wenn Dich jemand, den Du gerade erst kennengelernt hast, wie einen alten Freund behandelt.

ZEIT ONLINE: Wo kann man in Deiner Stadt am besten Fußball spielen? Und warum?

Rovati: Im Flamengo-Park kann man natürlich gut spielen, der ist berühmt dafür. Da gibt es unendlich viele Felder und man findet immer Leute zum Spielen – sogar nachts!

ZEIT ONLINE: Wohin gehst Du, wenn Du Fußball schauen willst?

Rovati: Ehrlich gesagt interessiere ich mich kaum dafür. Aber in Rio ist es einfach, eine Bar mit einem Fernseher zu finden, auf dem gerade ein Spiel läuft, und die Leute schauen draußen zusammen Fußball.