1. Sorgen Sie für Fluchtwege

Wie sehr Sie Ihre Familie auch lieben mögen: Eine gemeinsame Woche auf einem Hausboot ist wirklich keine gute Idee. Es sei denn, Sie sind Apnoe-Taucher und können sich auf diese Weise Ruhepausen verschaffen. Für alle anderen sind waldnahe Gebiete optimal. Vergessen Sie Schleswig-Holstein. Dort kann man sich nirgends verstecken!

2. Sichern Sie sich die beste Schlafgelegenheit

Praktischerweise kennen Sie Ihre Mitreisenden ja schon. Also, mal ehrlich: Schnarcht Ihr Schwiegervater? Raucht Ihr Bruder nachts aus seinem offenen Fenster hinaus und in das nebenan hinein? Hat Ihre Schwester zwei kleine Kinder, die morgens ab sieben Uhr laut kreischend auf dem Bett Trampolin springen? Reisen Sie frühzeitig an und ergattern Sie ein Zimmer weit, weit weg von diesen Menschen. Sie wollen doch keine negativen Gefühle entwickeln, bevor Sie auch nur am Frühstückstisch sitzen.

3. Machen Sie alle Erwartungen zunichte

Am Montag das Museum, am Dienstag die Wanderung, am Mittwoch die antiken Ausgrabungen und am Donnerstag das Spaßbad – und das alles in voller Mannschaftsstärke. Stellen Sie sich dieses Programm in allen mühsamen Details vor. Dann öffnen Sie den Mund und sagen Sie vernehmlich, dass mit Ihnen in diesem Urlaub eigentlich nicht zu rechnen sei. Sie wollten nur lesen, rumhängen und am Abend den Grill anfachen. Ignorieren Sie die konsternierten Blicke. Und dann beteiligen Sie sich ausschließlich an den Aktivitäten, auf die Sie gerade wirklich Lust haben. Man wird sich geehrt fühlen von Ihrer Anwesenheit.

4. Meiden Sie das Kollektiv

In Gruppen von mehr als vier Personen kommt es selten zu tiefgründigen Gesprächen. Wenn Sie während des Urlaubs wirklich etwas über das Leben und die Gefühle Ihrer Anverwandten erfahren wollen, nutzen Sie jede Möglichkeit zu Unterhaltungen unter vier Augen. Ansonsten werden Sie nach einer Woche feststellen, dass Sie nun zum fünften Mal dieselbe Anekdote aus Opas Angelverein gehört, aber noch rein gar nichts über den neuen Job Ihres Bruders erfahren haben.

5. Bringen Sie Verstärkung mit

Partner und Kinder verbessern die eigene Stellung innerhalb der Großfamilie ungemein. Sie können dann etwa ein Safeword für besonders nervige Momente vereinbaren. Dann schaut beispielsweise Ihre Frau versonnen, sagt "Diese Birke hat so eine schöne gesunde Rinde", und sofort fängt das Kind an zu plärren, weil es sich angeblich gerade schrecklich den Fuß verstaucht hat. Fragen Sie, wo das nächste Krankenhaus ist, laden Sie Frau und Kind ins Auto, flüchten Sie ins nächste Café und essen Sie den größten Eisbecher, der auf der Karte steht. Danach können Sie gefasst zurückkehren.