Jede Reise ist anders. In unserer neuen Serie beantworten Vielreisende in 10 Fragen, wie sie am liebsten unterwegs sind. Den Anfang macht Sportmoderator Sven Voss.

1. Das Reiseziel: Wohin soll es gehen?

Vor zwei Jahren haben wir unseren ersten großen Familienurlaub zu viert in Kalifornien verbracht. Drei Wochen lang mit dem Wohnmobil von San Francisco nach Los Angeles. Seitdem vergeht kein Tag, an dem wir nicht darüber sprechen. Diesen Sommer gibt es jetzt ein USA-Reloaded. Wir cruisen vier Wochen lang durch den Osten der USA. Start ist in Orlando. Das bedeutet: Disney World für die Kinder und Cape Canaveral für den Papa. Danach geht es durch die Südstaaten bis hoch nach New York. Dort lassen wir den Urlaub ausklingen.

2. Die Buchung: Reisebüro, Katalog, Internet oder Smartphone?

Wir buchen telefonisch über einen Reiseveranstalter, der auf Wohnmobilreisen in Nordamerika spezialisiert ist. Das sind echte Profis, die alles irgendwie möglich machen. Mit Kindern will ich im Vorfeld schon das Meiste in die Wege geleitet haben. Nachts irgendwo in Florida noch einen Mietwagen organisieren, ist etwas für Singles.

3. Vor Reiseantritt: Was muss dringend noch erledigt werden?

Ich bin ein spießiger Reiseplaner und schreibe mir tatsächlich schon im Februar Dinge auf, die ich im Sommer auf gar keinen Fall vergessen darf. Ansonsten gilt aber für USA-Reisende immer: wenig von zu Hause mitnehmen. Neue Jeans, Caps, Shorts und Sneakers kauft man besser vor Ort. Das Problem ist, dass sich meine Kinder mit ihren 3 und 7 Jahren nie daran halten. Ich bin heilfroh, dass Stofftiere im Flugzeug nicht extra berechnet werden.

4. Das Fortbewegungsmittel: Flugzeug, Zug, Auto oder Pferdekutsche?

Im Winterurlaub mit Kindern ist ein Auto mit Dachbox unverzichtbar. Aber in den großen Ferien und für das große Urlaubsgefühl brauchen wir einen Start mit dem Flugzeug. Perfekt, um für eine gewisse Zeit den Alltag hinter sich zu lassen. Ein Flug über den Atlantik in eine andere Zeitzone, und schon ist es, als sei man neu geboren.

5. Im Handgepäck: Was muss auf Reisen immer dabei sein? 

Ich werde eine Videokamera mitnehmen. Auf die Gefahr hin, dass meine Frau genervt ist, weil ich den ganzen Tag mit der Kamera vor dem Kopf herumlaufe. Hinterher freut sich die Familie dann doch über einen Urlaubsfilm. Dann laden wir unsere Freunde ein, die gar nicht erst gefragt werden, ob sie den Film überhaupt sehen wollen.

6. Unterwegs: Kommunikation oder absolute Ruhe?

Wenn ich beruflich unterwegs bin, reise ich gern alleine vor mich hin. Gesprächen mit Mitreisenden gehe ich aus dem Weg. Ich nutze die Reisezeit dann meist zur Vorbereitung auf den nächsten Job. Im Urlaub mit der Familie ist das anders. Dann versuche ich, alles aufzusaugen und zusätzlich über das Internet immer zu wissen, wo wir uns gerade befinden und wo es sich lohnt, eine Pause zu machen.

7. Am Ziel: Hotel, Hostel, der Campingplatz, die Privat- oder Ferienwohnung?

Unsere Airbnb-Erfahrungen mit Kindern sind gut, das haben wir auch in Deutschland schon ein paar Mal ausprobiert. Selbst wenn am Ende ein anderer Preis rauskommt, als ursprünglich angenommen, ist es zu viert immer preiswerter und irgendwie überraschender als ein Hotel. Wenn wir uns doch mal für ein Hotel entscheiden, dann schaue ich nicht auf den Preis. Kinderfreundlich, aber auf keinen Fall ein Familienhotel mit Pommes vom abgegrasten Buffet. Was Stil betrifft, hat beispielsweise Südtirol für mein Empfinden sehr hohe Standards geschaffen. Tradition und Moderne, hochwertig, aber dezent. Tolle Materialien im Haus und gute Zutaten beim Essen. Im Winter fahren wir hingegen schon seit über einem Jahrzehnt auf immer denselben Bauernhof im Zillertal. Sechs Zimmer mit befreundeten Familien belegt, große Sause an Silvester mit Schneebar-Bauen. Und am nächsten Morgen geht es gemeinsam auf die Skipiste.

8. Die Hypothese: Geld und Zeit spielen keine Rolle – wohin geht die Reise?

Ich werde vermutlich nie mehr eine Urlaubsreise alleine machen. In den nächsten 15 Jahren wird es hoffentlich immer ein Familienurlaub sein, bis wir unseren Kindern auf die Nerven gehen. Momentan ist der Urlaub mit dem Wohnmobil deshalb mein absoluter Traumurlaub. Je älter die Kinder werden, desto abenteuerlicher darf es sein. In Südafrika waren meine Frau und ich mal spontan Tandemspringen. Das hat uns zusammengeschweißt. Mit den Kindern sind wir einmal mit einem Mustang-Cabrio durch San Francisco gebrettert. Das kann uns auch keiner mehr nehmen. Nach zwei Stunden sind die Kinder allerdings auf der Rückbank eingeschlafen. So viel zum Thema Abenteuer.

9. Der Trend: Einen Urlaub pro Jahr oder mehrere Kurzreisen?

Durch meinen Beruf bin ich häufig unterwegs und immer nur kurz an einem Ort, bevor es weiter zum nächsten geht. Privat habe ich andere Vorstellungen. Eine Woche Urlaub ist für mich kein richtiger Urlaub. Jedenfalls komme ich dann nicht raus aus dem Alltag. Deshalb habe ich mir vorgenommen, dass wir als Familie lieber seltener, dafür aber länger verreisen, am besten in eine andere Zeitzone.

10. Ach so: Warum ist das Reisen überhaupt wichtig? 

Ich möchte mit meiner Familie etwas erleben, unvergessliche Wochen verbringen, gemeinsame Erinnerungen sammeln. Augenblicke, die uns keiner mehr nehmen kann. Neben der Erholung will ich vor allem unseren Kindern die Welt zeigen. Klingt pathetisch, ist aber mein Ernst.