ZEIT ONLINE: Was bedeutet der Terroranschlag in Sousse für Tunesien?

Habib Bouslama: Das Ganze ist eine Katastrophe, da gibt es nichts zu beschönigen. Ich bin traurig und niedergeschlagen. Dieser Anschlag soll unser gesamtes Land auf die Knie bringen. Seit mehr als einem halben Jahrhundert kommen die deutschen Touristen hierher. Sie mögen unser Land, wir mögen sie. Den Terroristen geht es nicht darum, gezielt Deutsche oder Engländer oder Franzosen umzubringen. Die Terroristen wollen unseren Staat zerstören. Sie wissen, dass der Tourismus die wichtigste Säule unserer Wirtschaft ist. 

ZEIT ONLINE: Was sind die Folgen für die Zukunft des Tourismus?

Bouslama: Wir stehen am Beginn der Hauptsaison, die bis Ende Oktober dauert. Der Zeitpunkt des Anschlags ist gezielt gewählt, um maximalen Schaden in der Ferienindustrie anzurichten. Der Terror aber ist nicht mehr auf ein einziges Land begrenzt, er breitet sich weltweit aus. Am Freitag hatten wir Anschläge in Frankreich, in Kuwait und hier in Tunesien. Das ist eine völlig neue Situation, mit der wir nun konfrontiert sind, und mit der wir fertig werden müssen. Wir dürfen jetzt nicht in Depressionen verfallen, das Leben muss weitergehen.

ZEIT ONLINE: Sie haben zwei Hotels in Sousse und Hammamet. Zehntausende Touristen brechen momentan ihren Urlaub ab und wollen nur noch nach Hause zurückzufliegen. Was sagen Sie ihren Angestellten?