Es gibt viele Möglichkeiten, ein Land zu bereisen, um die Bevölkerung mit ihren Traditionen kennen zu lernen. Die Begegnung mit Teilen der Gesellschaft gehört wohl zu den intensivsten Erfahrungen. Die ursprüngliche Lebensart in Marokko ist die der Berber, die sich selbst "Imazighen" - "Freie" nennen. Seit Jahren schrumpft die Zahl derer, die noch zeitweilig mit ihren Kamelen durch die Sahara ziehen. Dennoch ist diese Kultur nach wie vor lebendig.

So macht sich unsere ZEIT-REISEN-Gruppe auf, das traditionelle Leben und die Kultur zu erkunden. Gemeinsam mit dem Berber Houssein und einigen seiner Verwandten wandern die Reiseteilnehmer sechs Tage auf ursprünglichen Pfaden mit Kamelen durch das Königreich an der Nordwestküste Afrikas.

Marokko ist durch Widersprüche geprägt: Neben der Tradition hat es ein sehr modernes Großstadtleben zu bieten. Auch deswegen startet die Reise mit einer Besichtigung Marrakeschs, dem bedeutsamsten Ort im Land. Aufgrund der Vielzahl historischer Gebäude wurde die Altstadt zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Allerdings sind nicht nur die visuellen Eindrücke aufgrund der Farben überwältigend. Die Stadt wirkt mit ihrer Hektik und ihren vielen Attraktionen überfordernd.

Das Leben in marokkanischen Städten findet auf der Straße statt. Neben all den Farben und Geräuschen sind es aber vor allem die Gerüche der Märkte, die einen wahrnehmen lassen, dass man nicht in Europa ist. Die Aromen-Mischung ist süß und scharf gleichzeitig, sie macht Appetit auf die nächste Tajine, eines der typischen Gerichte. Die Altstadtgassen sind eng und der Verkehr sehr dicht. Ein Spaziergang durch Marrakesch ist aufregend und auch anstrengend zugleich.

Die Vorstellung, nur zwei Tage später in völliger Einsamkeit und Stille zu sein, erscheint uns in diesem Moment sehr weit weg. Während des Rundgangs nutzen wir die Gelegenheit, letzte Gegenstände für die bevorstehende Saharatour zu besorgen. So sollte der Strohhut mit breiter Krempe nicht fehlen, um sich vor der Sonne zu schützen.