Schulklo kostenpflichtig
An einer Gesamtschule in Sprockhövel in Nordrhein-Westfalen wird viel Wirbel ums Wasserlassen gemacht. Denn neuerdings gibt es dort zwei Toilettenfrauen, die auf Sauberkeit achten – und fürs Pinkeln abkassieren. Zehn Cent kostet es, sich einmal auf das neue Schulklo zu setzen. Als inoffizielle Raucherecke sind die bewachten Toiletten nicht mehr zu gebrauchen - dafür müssen weiter die alten Toiletten herhalten, die einmal am Tag gereinigt werden. Das war auch das Ziel der Eltern, die sich für die Klogebühr eingesetzt haben: Weil jahrelang die Toiletten kaputt, beschmiert und verdreckt waren und außerdem zum Himmel stanken, wachen nun die Klodamen über Hygiene und vernünftiges Benehmen. Sprockhövel ist damit nicht allein: Auch in Köln und im westfälischen Unna gibt es bereits bewirtschaftete Pinkelkabinen. Die anderen Toilettenbereiche sind weiter kostenfrei benutzbar, werden ganz normal gereinigt und sehen wild aus wie immer. Viele Schüler bekommen von ihren Eltern jetzt extra Toilettengeld für das Bonusklo. Ob sie davon die Luxuspissoirs aufsuchen oder lieber Zigaretten für das alte Klo kaufen – niemand kann es sagen. 

Würdest du zehn Cent für ein sauberes Klo bezahlen? Schreib uns deine Meinung an zeitvertreib@zeit.de !