Wie beschreiben Sie Ihren Beruf einem Wirtschaftslegastheniker?
Ich arbeite seit über drei Jahren bei Siemens in Nürnberg im Überseemarketing und erstelle Marketingkonzepte für unsere Produkte für die Region "Middle East", zum Beispiel für Dubai, Iran, Saudi Arabien und Israel.

Was haben Sie studiert?
BWL an der Uni Bielefeld und Uni Duisburg. Meine Schwerpunkte waren Ostasienwirtschaft und Absatzwirtschaft und -handel.

Auf welchem Weg sind Sie zu Ihrem Beruf gekommen?
Durch das Studium sind die Wege für Betriebswirtschaftler relativ vorgegeben. Als BWLer ist der Einstieg in den Bereich Marketing schon fast Standard. An Siemens bin ich eher zufällig geraten. Bis zum meinem Diplom hatte ich Kontakte zu meinem jetzigen Arbeitgeber.

Wie sieht ein ganz normaler Arbeitstag aus?
Es ist schwer zu sagen, was "normal" ist. Ich bin sehr oft im In- und Ausland unterwegs. Der Alltag im Büro sieht standardgemäß so aus: Gegen 8 Uhr beginnen, um 12 Uhr Mittagspause und gegen 18 Uhr wieder nach Hause. Allerdings gibt es oft Abweichungen durch Besprechungen und Telefonate. Auf Dienstreisen verbringe ich viel Zeit und Nächte im Flieger und in verschiedenen Hotels. Da ist jeder Tag anders.

Was mögen Sie an Ihrer Arbeit?
Die Vielfalt der Kulturen. Die Länder, die ich betreue, sind kulturelles Neuland für mich gewesen. Mit entsprechenden Herausforderungen sowie angenehmen und unangenehmen Überraschungen. Es ist wichtig, die Kultur meiner Kollegen in der Region zu verstehen. Nur jemand, der die Kultur des anderen versteht und auch respektiert, versteht den Menschen. Nur wer seine Kommunikation auf Verständnis und Respekt basiert, wird erfolgreich sein können.

Was gefällt Ihnen nicht?
Prinzipiell gefällt mir meine Arbeit sehr gut. Das einzige, was ich bemängeln würde ist, dass in jedem Grossunternehmen interne "Politik" eine große Rolle spielt.

Sie sind überzeugter Betriebswirt, warum haben Sie Sich gegen ein VWL-Studium entschieden?
Die Summe aller einzelnen Unternehmen und Unternehmer zusammen sind ein unabdingbarer Bestandteil einer jeden Volkswirtschaft. Wer die VWL verstehen will, muss die Unternehmen verstehen. Es gibt daher keine VWL ohne die BWL. Somit ist die BWL das Fundament der VWL (Spätestens hier werden einige Volkswirte protestieren ... )