Soziales Jahr im Ausland

"Na, weißt Du schon, was Du nach dem Abi machst?" Mit dieser Frage treiben einen Verwandte in den Wahnsinn, sobald man Stufe 13 erreicht hat. Besonders nervig ist das für Mädchen. Schließlich haben Jungs während Zivildienst oder Bundeswehr ein Jahr länger Zeit, sich für einen Beruf zu entscheiden.

Wer sich als Mädchen ein Jahr Auszeit nach dem Abi gönnen will, sollte ein Freiwilliges Jahr absolvieren. Möglich ist das im sozialen Bereich (FSJ) wie Zivildienst oder im Umweltschutz als ökologisches Jahr (FÖJ). Das heißt nicht, dass ihr im Altenheim im Nachbardorf schuften müsst - im Gegenteil. Ein Freiwilliges Jahr kann man auch in Togo oder Nepal, in einem israelischen Kibbuz oder mit Straßenkindern in Honduras verbringen und dort sechs bis zwölf Monate für Unterkunft und Verpflegung in sozialen oder ökologischen Projekten mitarbeiten.

Anne Grabbert aus Walsrode lebt und arbeitet seit drei Monaten in Bangkok. Die 19-Jährige arbeitet in einem Kindergarten und unterrichtet Englisch. Über eine Zeitungsannonce ist sie auf eine christliche Organisation gestoßen, die Missionseinsätze in ganz Asien vermittelt. Anne unterrichtet dort Kinder zwischen zwei und fünf Jahren, singt und spielt mit ihnen. Am Anfang zwickte zwar noch das Heimweh. "Das ging schnell vorbei. Jetzt macht die Arbeit viel Spaß", sagt Anne. Sie sieht ihr Freiwilliges Jahr als große Bereicherung: "Ich kann so ein Jahr nur empfehlen. Man lernt seine Grenzen kennen und ich glaube auch, dass man seine Persönlichkeit und seinen Blick auf andere Menschen aus anderen Kulturkreisen echt verändert." Nur eines vermisst sie immer noch: Vollkornbrot mit Käse.

Wer wie Anne für ein halbes oder ganzes Jahr im Ausland arbeiten möchte, kann sich an christliche und unabhängige Organisationen wenden. Die EU fördert ebenfalls Freiwilligendienste auf ihrer YOUTH -Webseite.  Bei www.foej.de , www.bmfsfj.de und www.dija.de könnt ihr euch über diverse Einsatzmöglichkeiten im In- und Ausland informieren. Auf www.icja.de sind Erfahrungsberichte von FSJ-lern aus aller Welt gesammelt.