Alle reden von Jassir Arafat. Was hat der eigentlich genau gemacht?

Am 11. November starb Jassir Arafat - Politiker, Friedensnobelpreisträger und Mythos. Er war Staatspräsident von Palästina, einer Region, die nur von arabischen Ländern als eigenständiger Staat anerkannt wurde. Um seine fast mythische Berühmtheit zu verstehen, muss man die Geschichte Palästinas kennen. Nach der Judenverfolgung in Deutschland sollte für die jüdische Glaubensgemeinschaft ein eigener Staat geschaffen werden. Das Land Palästina wurde 1947 deswegen in zwei Staatsgebiete geteilt: ein jüdisches und ein palästinensisches. Die Palästinenser, die dort wohnten, mussten einen Großteil ihrer Gebiete abgeben. Das empfanden viele als ungerecht. Seitdem kämpfen die Palästinenser und die Bevölkerung Israels um dieses Gebiet.

Auch Jassir Arafat kämpfte als Soldat gegen die jüdische Bevölkerung, um die Teilung des Landes rückgängig zu machen. Er gründete 1959 eine terroristische Bewegung zur Befreiung Palästinas, die Al-Fatah. Danach rief Arafat die PLO mit ins Leben, die Palästinensische Befreiungsorganisation. Sie ist eine Art politische Partei, die sich von dem jüdischen Staat "befreien" will. Diese zwei Vereinigungen sind bis heute die mächtigsten politischen Organisationen des palästinensischen Volkes geblieben. Von beiden war Arafat das Oberhaupt. 

Arafat wurde zum mächtigsten Palästinenser und später dann auch Chef der Autonomiebehörde Ramallah. Als praktisch Alleinherrschender fand er viele Anhänger, die sich ungerecht behandelt fühlten mit der Wegnahme ihrer alten Gebiete. Dieses Gefühl verstärkte sich noch, als die USA begannen, vor allem die israelische Seite zu unterstützen. Auch sein Aussehen machte Arafat berühmt. Bart und Uniform waren seine Markenzeichen. Und nie sah ihn die Weltöffentlichkeit ohne sein Palästinensertuch. Er trug es während seiner Arbeit - also sein ganzes Leben. Arafat kannte so gut wie kein Privatleben. Er arbeitete fast immer, wohnte in seinem Büro und empfing selbst seine Freunde am Dienstschreibtisch.