Die Neufassung der digitalen Ausgabe des Wörterbuches der deutschen Gegenwartssprache bietet einen wesentlich erweiterten Funktionsumfang. Das Quellenverzeichnis aus etwa 1000 Werken wurde hierfür digital aufbereitet. Dazu wurden alle Beispielsätze im Wörterbuch mit diesem Quellenverzeichnis verknüpft. So ist es möglich geworden, von allen Beispielsätzen direkt zur richtigen Quellenangabe zu springen.

Durch diese Verküpfungen entstehen neue Möglichkeiten. Indem man die Verknüpfung vom Beispielsatz zum Quellenverzeichnis umkehrt, kann man vom Quellenverzeichnis zu allen Wörterbucheinträgen zu springen, die sich aus dieser einen Quelle speisen.

Es ist jetzt möglich nachzuvollziehen, welche Autoren für welche Stichwörter oder Sprachbereiche als Zitatquelle herangezogen wurden. Beispielsweise liefert Stefan Zweigs "Balzac" Zitate für mehrere dutzend Stichwörter, unter anderem bramarbasieren, Dandy, Duchesse, Führlichkeit, Furor, Gravüre. Aus Johann Nepomuk Nestroys Gesamtwerk wurden Beispiele für Aurora, erbittern, Gusto, Liason, Jux und Beisel übernommen. Diese Art von Information sind auch in der Druckausgabe enthalten, man kann sie aber nur finden, wenn man das Wörterbuch jeweils ganz durchliest.

Das Projekt "Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)" der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften hat Anfang März 2003 das größte frei zugängliche Wörterbuch für die deutsche Gegenwartssprache zur Testbenutzung freigeschaltet. Es wird Ausgangspunkt für ein zukünftiges Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache sein.

Das WDG war zwischen 1952 und 1977 in Berlin an der Deutschen Akademie der Wissenschaften (ab Oktober 1972 Akademie der Wissenschaften der DDR) entstanden und umfasst als autonome Einträge knapp 100.000 Stichwörter. In Konzeption und Quellenauswahl war es seiner Zeit weit voraus. Nach dem Urteil des Lexikologen H.E. Wiegand setzte es "neue Maßstäbe für die einsprachige Lexikographie der deutschen Gegenwartssprache" und diente als Vorbild vieler weiterer einsprachiger Wörterbuchprojekte.

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