Der Westen muss nach Ansicht von James Jones, Sicherheitsberaters des amerikanischen Präsidenten Barack Obama, eine neue langfristige Strategie für Afghanistan entwickeln. "Afghanistan ist nicht nur ein amerikanisches Problem, es ist ein internationales Problem", sagte Jones am Sonntag während der Sicherheitskonferenz in München.

Es gehe darum, "die aktuellen Gefahren abzuwehren und dauerhafte Strukturen und Fähigkeiten zu beschaffen, die unsere Völker und unsere Interessen in der Zukunft beschützen". Er bekräftigte die Aufforderung Obamas, Ideen für die neue Afghanistan-Strategie einzubringen: "Wir werden genau zuhören."

Die USA wollten "noch stärkere Partnerschaften mit unseren ausländischen Freuden suchen". Jones sagte: "Es gibt keinen Zweifel, dass die Aufgabe der Nato und der internationalen Institutionen in Afghanistan, dies zu einem glücklichen Ende zu bringen, eine enorme ist."

Petraeus kündigt bessere Kooperation an

Jones sagte, die Sicherheitsherausforderungen des 21. Jahrhundert seien anders und wesentlich breiter als im vorherigen Jahrhundert. "Die Herausforderungen sind vielfältiger als wir es uns je vorstellten. Unsere Kapazitäten, diesen Herausforderungen entgegen zu treten, entsprechen noch nicht der nötigen Dringlichkeit." Die Institutionen, "mit denen wir im 20. Jahrhundert über die Runden gekommen sind", müssten sich erst noch auf das 21. Jahrhundert einstellen.

Der amerikanische Kommandeur für den Nahen und Mittleren Osten, General David Petraeus, skizzierte erste Ideen für einen veränderten Afghanistan-Einsatz. Die Isaf brauche nicht nur mehr Kampftruppen, sondern auch mehr Unterstützungspersonal, sagte Petraeus. "Mehr Logistik, mehr Aufklärung, mehr Flugzeuge, mehr Informationseinheiten. Das ist von essentieller Bedeutung."

Der General legte in seiner Rede großen Wert auf eine Kooperation mit den Afghanen selbst. "Wir müssen zuallererst die Bevölkerung sichern und ihr dienen. Und wir müssen gute Nachbarn sein." Um die Versöhnung voranzubringen, müsse man zusammen mit den afghanischen Partnern die "Unversöhnlichen kennzeichnen und von den Versöhnlichen trennen". Petraeus ließ keinen Zweifel an einer harten Haltung gegenüber Gegnern: "Wir müssen den Feind beharrlich verfolgen. Unversöhnliche müssen getötet, gefangen oder vertrieben werden."