Frankfurt/Main (SID) - Japans Ballzauberinnen haben den amerikanischen Traum platzen lassen und sich nach einem märchenhaften Siegeszug erstmals die WM-Krone aufgesetzt. Die Asiatinnen gewannen das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft gegen Olympiasieger USA in Frankfurt/Main mit 3:1 im Elfmeterschießen und tanzten im Konfetti-Regen, ehe die WM mit einem Feuerwerk endete.

In einem dramatischen und hochklassigen Endspiel hatte es nach 90 Minuten 1:1 gestanden, nach der Verlängerung hieß es 2:2. Die Japanerinnen bewiesen eine tolle Moral und glichen den zweimaligen Rückstand durch Alex Morgan (69.) und Abby Wambach (104.) durch Aya Miyama (81.) und Homare Sawa (117.) aus.

Sawa wurde mit fünf Treffern WM-Torschützenkönigin und erhielt auch den Goldenen Ball für die Spielerin des Turniers. "Wir haben immer an uns gelaubt und verdient gewonnen. Wir sind total glücklich. Jetzt sind wir die Nummer eins der Welt!", sagte Sawa. Im Elfmeterschießen sorgte Saki Kumagai mit ihrem Tor für die Entscheidung. Torhüterin Ayumi Kaihori parierte zwei Elfmeter und avancierte damit zur Matchwinnerin. Zudem schoss US-Girl Carli Lloyd über das Tor.

Im Viertelfinale hatten die Japanerinnen, die zuvor in 23 Länderspielen noch nie gegen die USA gewonnen hatten, überraschend Gastgeber Deutschland (1:0) ausgeschaltet.

Die US-Girls vergaben die Chancen, sich mit dem dritten Titel nach 1991 und 1999 vor der deutschen Mannschaft zum alleinigen Rekordhalter zu krönen. Allein dreimal war der Weltranglistenerste in einem spannenden Endspiel an Pfosten und Latte gescheitert. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus (Hannover) zeigte vor 48.817 Zuschauern in der ausverkauften Arena eine fast fehlerfreie Vorstellung, allerdings lag sie mit einer Abseitsentscheidung gegen Japan falsch (64.). In der Nachspielzeit der Verlängerung zeigte sie der Japanerin Azusa Iwashimizu nach einer Notbremse die Rote Karte.

Die Japanerinnen, die jüngst zwei WM-Tests gegen die USA mit jeweils 0:2 verloren hatten, kassieren von ihrem Verband eine Prämie von 13.340 Euro. Zum Vergleich: Für das Viertelfinal-Aus bekamen die deutschen Spielerinnen je 15.000 Euro. Die an Japan gescheiterte deutsche Mannschaft hätte mit einem Coup in der Heimat ebenfalls zum alleinigen Rekord-Weltmeister aufsteigen können.

Vor den Augen von Bundespräsident Christian Wulff und Bundeskanzlerin Angela Merkel war die USA in einer temporeichen Partie zunächst die klar bessere Mannschaft. In der ersten Halbzeit verhinderte gleich zweimal das Aluminium die Führung des US-Teams. Zunächst traf Megan Rapinoe (18.) den Außenpfosten, nur zehn Minuten scheiterte Stürmerstar Abby Wambach mit einem beherzten Weitschuss an der Querlatte (28.).