Amsterdam (SID) - Der Streit zwischen dem deutschen Meister Bayern München und dem Niederländischen Fußball-Verband (KNVB) hat nach der nun doch schwerwiegenderen Verletzung von Mittelfeldspieler Mark van Bommel noch einmal an Schärfe gewonnen. "Leider ist nun genau das eingetreten, was wir schon befürchtet hatten", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, nachdem bei dem Niederländer nach der Rückkehr vom EM-Qualifikationsspiel gegen Schweden (4:1) ein Faszienriss mit ausgedehntem Hämatom im rechten Knie festgestellt worden war. Der 33-Jährige wird mindestens zehn Tage ausfallen.

Die Bayern hatten den KNVB schon am Dienstagmittag aufgefordert, van Bommel zur Behandlung nach München zu schicken und von einem Einsatz abzusehen. Der KNVB lehte dies mit der Begründung ab, van Bommel sei fit und für das Länderspiel einsatzfähig. "Der FC Bayern München wird diesen Fall in den kommenden Tagen der UEFA zur Kenntnis bringen und behält sich weitere rechtliche Schritte gegen den KNVB ausdrücklich vor", teilten die Münchner mit. Einmal mehr sei der Beweis erbracht worden, dass ein Verband "ausschließlich seine eigenen Interessen" vertrete.

Auch Klose fällt aus

Doch damit nicht genug. Auch Miroslav Klose fällt wegen eines Muskelfaserrisses im linken Oberschenkel mindestens zehn Tage aus. Damit steht er den Bayern für die Spiele gegen Hannover 96 in der Bundesliga und CFR Cluj in der Champions League definitiv nicht zur Verfügung. Fraglich ist auch der Einsatz von Ivica Olic, der nach einem Nasenbeinbruch am Dienstag operiert worden war. Möglicherweise kann der Kroate mit einer Schutzmaske auflaufen. Hinzu kommen die zum Teil schweren Verletzungen von Arjen Robben, Franck Ribery, Breno, David Alaba, Diego Contento und Bastian Schweinsteiger.

Zuvor hatte bereits Bayern-Präsident Uli Hoeneß den niederländischen Verband heftig kritisiert. "Eigentlich hätte ich erwartet, dass man aus holländischer Sicht nach dem unvorstellbaren Vorgang Arjen Robben ganz kleine Brötchen backt und mal die Klappe hält", sagte Hoeneß dem Radiosender Bayern 3.

KNVB kritisiert FC Bayern

Die Niederländer sind sich indes keiner Schuld bewusst und schickten ihrerseits deutliche Worte in Richtung München. "Bayern München hat mit dieser Aktion die Vorbereitung der Elftal gestört. Man darf diskutieren und Fragen stellen über die Gesundheit der Spieler. Aber nicht auf diese Art und Weise", sagte KNVB-Generaldirektor Bert van Oostveen.