Dortmund (SID) - Ein Störfeuer aus Paris sorgt bei Borussia Dortmund für Irritationen. Einen Tag vor dem möglicherweise vorentscheidenden Duell des Bundesliga-Tabellenführers in der Europa League heute gegen Paris St. Germain verkündete der französische Pokalsieger öffentlich das Interesse an einer Verpflichtung von BVB-Torhüter Roman Weidenfeller. Zufall oder Kalkül? Fest steht: Der Tabellendritte der Ligue 1 ist auf der Suche nach einem Nachfolger für den bereits 37 Jahre alten Schlussmann Gregory Coupet, und Weidenfellers Vertrag läuft am Saisonende aus.

"Ich halte die Meldung zu diesem Zeitpunkt nicht für Zufall", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dem Sport-Informations-Dienst (SID). An einen negativen Einfluss auf die Leistung von Weidenfeller oder gar der Mannschaft im richtungsweisenden dritten Gruppenspiel heute (19.00 Uhr/Sky und Sat.1) gegen die Franzosen glaubt Watzke nicht. Er ist sich "sicher, dass Roman auch über die Saison hinaus für uns spielen wird".

Dortmund erster Ansprechpartner

Eine Anfrage der Pariser liegt Weidenfeller vor, zunächst soll aber weiter mit dem BVB verhandelt werden. "Dortmund bleibt mein erster Ansprechpartner", bestätigte Weidenfeller dem SID. Weidenfellers Berater Michael Becker meinte: "Es haben erste Gespräche mit Dortmund stattgefunden. Der BVB hat seinen deutlichen Willen bekundet, mit Roman zu verlängern." Allerdings scheinen beide Parteien finanziell noch relativ weit auseinanderzuliegen - deshalb kommt das Interesse aus Paris gerade recht. Der Schlussmann befindet sich ohnehin derzeit in einer guten Verhandlungsposition, da er zuletzt großen Anteil daran hatte, dass die Dortmunder mit nur sechs Gegentreffern die beste Abwehr der Liga stellen.

Viermal (4:3 in Lwiw, 0:1 gegen Sevilla) musste er indes schon in den bisherigen beiden Spielen der Gruppe J hinter sich greifen. Deshalb kommt dem Heimspiel gegen Paris besondere Bedeutung zu. St. Germain führt die Tabelle mit sechs Punkten an, mit jeweils drei Zählern folgen Sevilla und der BVB vor den noch sieglosen Ukrainern von Karpaty Lwiw - aber nur zwei Mannschaften kommen weiter. "Die beiden nächsten Begegnungen gegen Paris werden zeigen, ob die Europa League für uns noch eine Nummer zu groß ist oder nicht", meinte U21-Europameister Marcel Schmelzer in einem Interview im Internetportal ran.de von Sat.1.

Dede feiert Comeback

Der 22 Jahre alte Außenverteidiger, der auch in der laufenende Spielzeit mit beständig guten Leistungen glänzt, wird jedoch wegen seiner äußerst fragwürdigen Gelb-Roten Karte im Heimspiel gegen Sevilla (0:1) fehlen. Für ihn feiert der Brasilianer Dede nach einer Serie von Verletzungen sein Comeback.