Köln (SID) - Gipfeltreffen in der Bundesliga: Das Stelldichein der Spitzengruppe der Tabelle mobilisiert die Fans. Borussia Dortmund als Nummer eins erwartet heute (15.30 Uhr) 1899 Hoffenheim, der punktgleiche Zweite, FSV Mainz 05, muss bei Bayer Leverkusen antreten. Im Schatten dieser Top-Begegnungen kämpft Schlusslicht VfB Stuttgart gegen den Aufsteiger FC St. Pauli (beide 17.30 Uhr/alle Sky und Liga total!) um den Anschluss.

In Dortmund hat Trainer Jürgen Klopp seine Vollgas-Truppe unmittelbar nach dem Rückschlag in der Europa League (1:1 gegen Paris St. Germain) auf das Duell mit Hoffenheim eingeschworen. "Wir sind nach dem Spiel gegen Paris mit einem schlechten Gefühl eingeschlafen, aber mit einem guten wieder aufgewacht", sagte der BVB-Coach, dessen Youngster die Tabellenspitze nach sieben Siegen in Folge am vergangenen Wochenende erstürmten.

Einen Einbruch nach dem Negativ-Erlebnis auf der internationalen Bühne fürchtet Klopp nicht. Abwehrspieler Mats Hummels bestätigt: "Wir werden am Sonntag wieder Vollgas geben." Und Kollege Neven Subotic ergänzte in einem Interview der Ruhr Nachrichten: "Es ist cool, da oben zu stehen. Und wenn wir am Ende auch Erster sind, bekommen wir die Schale eben. Aber das ist die Zukunft. Es gibt zurzeit alle paar Tage neue Herausforderungen für uns. Bundesliga, DFB-Pokal, Euro League, Nationalmannschaft. Ich denke nicht über den Titel nach."

Auch in Hoffenheim lassen sie die Kirche im Dorf. Begründung: Auch in der vergangenen Spielzeit hatte man nach acht Runden 14 Punkte auf dem Konto, landete aber am Ende auf Platz elf. "Es herrscht Aufbruchstimmung. Wir wollen uns aber nicht frühzeitig selbst unter Druck setzen", sagte Marvin Compper, während sich 1899-Trainer Ralf Rangnick im Offensivbereich über einen Konkurrenzkampf "wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren" freut.

In Leverkusen steht Andre Schürle im Blickpunkt. Trainer Thomas Tuchel verschwendet keinen Gedanken daran, den Jungstar im Spiel bei seinem künftigen Arbeitgeber nicht aufzubieten. "Andre ist heiß. Und er ist gewillt, Leistung zu bringen. So wie in jedem anderen Spiel auch", sagte Tuchel und glaubt nicht an Gewissenskonflikte beim 19-jährigen Schürrle.

Trotzdem hatte die Mainzer Führungsetage Schürrle in dieser Woche ein Interview-Verbot auferlegt. Mit der ersten Saison-Niederlage des Tabellenzweiten am vergangenen Samstag gegen den Hamburger SV (0:1) habe diese Maßnahme laut FSV-Manager Christian Heidel aber nichts zu tun gehabt. Angreifer Schürrle wechselt nach Ende der laufenden Saison zu den Leverkusenern und hat beim Werksklub einen Fünfjahresvertrag unterschrieben.

"Werkself" seit neun Spielen ungeschlagen