Philadelphia (SID) - Sie sind Rekordmeister, Titelverteidiger und lassen sich ihr Team allein an Gehältern rund 200 Millionen Dollar pro Jahr kosten: Wenn in der Nacht zum Donnerstag die Finalserie in der Major League Baseball (MLB) beginnt, sind die New York Yankees allerdings nur Zuschauer. Wieder einmal. Schon auf den Titel 2009 hatten die "Bronx Bomber" zähe neun Jahre warten müssen. Das Selbstverständnis der stolzen New Yoker kann mit der Realität nicht mehr recht Schritt halten.

In der Vorschlussrunde gegen die Texas Rangers schwangen die menschlichen Luxusartikel im Nadelstreifendress zu oft vergeblich die Keule. Am Ende setzte sich der Außenseiter mit 4:2 Siegen durch und steht erstmals in seiner 38-jährigen Klubgeschichte in den World Series. Die Erfolgsformel des Teams aus Arlington scheint einfach: Teamgeist. Geld allein schlägt keine Homeruns.

Rangers erstmals in den World Series

"Wir haben das Finale erreicht, weil das Team eine Sache absolut nicht beherrscht: Scheitern. So einen Zusammenhalt wie bei den Rangers habe ich noch nirgendwo erlebt", sagte Josh Hamilton.

Der Outfielder ist so etwas wie das Sinnbild für den Aufstieg seiner Mannschaft, die jährlich "nur" rund 55 Millionen Dollar an Gehältern einstreicht. Nach Alkohol- und Drogenexzessen war Hamiltons Karriere eigentlich schon beendet. Noch 2006 säuberte er Toiletten. Nun will er mit seinem Team im MLB-Finale die San Francisco Giants putzen.

Girardi soll Yankees auch 2011 coachen

Bei den Yankees herrscht hingegen Katerstimmung. "Jetzt müssen wir im Winter eine schlagkräftige Mannschaft für 2011 zusammenstellen", sagte General Manager Brian Cashman und scheint seinem Nachnamen einmal mehr alle Ehre machen zu wollen. Das Scheckbuch sitzt schon wieder locker. Immerhin soll Coach Joe Girardi, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft, eine weitere Chance erhalten.