Hamburg (SID) - Die Deutsche Fußball Liga (DFL) kann den 32. Bundesliga-Spieltag wie geplant am 30. April 2011 austragen und muss keine weiteren Forderungen vonseiten der Politik auf eine Verlegung der Partien fürchten. "Die Vereinbarung vom 23. April 2010 hat Bestand. Gleichzeitig drängen wir aber darauf, weitere Gespräche im Hinblick auf den 1. Mai 2012 zu führen", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maiziere am Freitag im Anschluss an die Konferenz der Innenminister in Hamburg.

Zuletzt hatte es aus den Reihen der Politik Bestrebungen gegeben, die bestehende Ansetzungen zu verändern. Aufgrund der in den vergangenen Jahren regelmäßig auftretenden Krawalle rund um den Tag der Arbeit am 1. Mai und den damit verbundenen personalintensiven Polizeieinsätzen war auf ein komplett spielfreies erstes Mai-Wochenende gedrängt worden. So sollte eine etwaige Überbelastung der Polizei vermieden werden.

Ligapräsident Rauball begrüßt Entscheidung

Nun erfolgte die am Ende überraschend einvernehmliche Kehrtwende, die man bei der DFL erfreut zur Kenntnis nahm. "Wir begrüßen, dass auf das Wort der Politik Verlass ist. Die Verabredung vom Runden Tisch im vergangenen April behält damit ihre Gültigkeit. Dies hat für uns eine große Bedeutung: Die Bundesliga braucht Planbarkeit, zumal ein Eingriff in den laufenden Spielbetrieb eine Verzerrung des sportlichen Wettbewerbs gewesen wäre", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball, der sich zuletzt vehement für die Beibehaltung der bestehenden Terminierung ausgesprochen hatte.

Der Klub-Präsident von Borussia Dortmund hatte dabei neben den Anforderungen an die Rahmenterminkalender von FIFA, UEFA und DFB auch immer wieder auf die sich aus den Fernsehverträgen bestehenden Verpflichtungen verwiesen.

Erstmals thematisiert war die Problematik der Ansetzungen rund um den 1. Mai bereits im vergangenen April bei einem Runden Tisch. Damals hatte sich die DFL zu einem Verzicht von Ansetzungen am Mai-Feiertag selbst bereit erklärt. Eine komplette Absage von Spielen rund um das erste Mai-Wochenende stand damals jedoch nicht zur Debatte. Die politischen Vertreter schienen von den Abmachungen zuletzt jedoch abweichen zu wollen.

Der Innenminister Nordrhein-Westfalens, Ralf Schäfer, hatte sogar zu bedenken gegeben, dass man im Falle einer Beibehaltung der bestehenden Termine "künftig für Polizeieinsätze bei Fußballspielen Geld vom Veranstalter verlangen" könne. Eine Forderung, für die es nach Ansicht Rauballs ohnehin an einer rechtlichen Grundlage mangelte.