São Paulo (SID) - Erst die Weigerung zur Teamorder, dann eine Traumrunde im Training: Sebastian Vettel hat sich im Herzschlagfinale der Formel 1 kampfbereit gezeigt und ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt. Der Red-Bull-Pilot fuhr am ersten Trainingstag zum vorletzten Rennen in Brasilien in beiden Einheiten die schnellste Runde.

Damit ließ der aktuelle WM-Vierte seinen markigen Worten im Vorfeld Taten folgen und zeigte nach dem Protest gegen die Stallregie auch auf der Strecke, dass er den Kampf um den Titel noch nicht aufgegeben hat. Dass sein Teamkollege Mark Webber in beiden Einheiten Rang zwei belegte, nährt zudem die Hoffnung, dass das Autodromo Jose Carlos Pace eine Red-Bull-Strecke ist.

"Wir haben zwar erst Freitag, aber das war schon mal kein schlechtes Zeichen", sagte Vettel sichtlich zufrieden: "Wir sind hier sehr gut unterwegs." Auch Webber lobte das Auto, sah aber keine Vorteile bei seinem deutschen Rivalen aus dem eigenen Lager: "Wir sind auf einem Niveau."

Titelkandidaten fahren die besten Zeiten

WM-Spitzenreiter Fernando Alonso als Dritter und Lewis Hamilton als Vierter sorgten dafür, dass die vier Titelkandidaten auch am Freitag die schnellsten waren. Alonso war am Morgen nach einem Defekt eines ohnehin nicht mehr renntauglichen Motors nur 13. geworden. "Das ist kein Grund zur Sorge", meinte der Spanier beschwichtigend.

Sein Teamkollege Felipe Massa musste dagegen eine ungewöhnliche Drohung verdauen. Staatsanwalt Paulo Castilho kündigte in einem Zeitungsinterview an, er wolle den Brasilianer hinter Gitter bringen, falls dieser Alonso per offensichtlicher Teamorder helfe: "Wenn es dazu kommt, wird er Interlagos in Handschellen verlassen!"

Vettel: "Ich werde niemanden vorbeiwinken"