Stuttgart (SID) - Ohne Keller aus dem Keller, Bruno Labbadia soll's richten: Der abstiegsbedrohte Bundesligist will mit dem zweiten Trainerwechsel binnen 60 Tagen den zweiten Abstieg der Klubgeschichte verhindern. Jens Keller, der Mitte Oktober Christian Gross beerbt hatte, wurde am Sonntag offiziell freigestellt. Und Nachfolger Labbadia machte bei seiner Vorstellung gleich klar, wohin es gehen soll: "Ich hoffe, dass wir die Sonne in einem halben Jahr wieder strahlen lassen."

Der 44-Jährige erhält einen Vertrag bis 2013, der allerdings nur für die Bundesliga gilt. Mit dem neuen Mann an der Seitenlinie soll laut Präsident Erwin Staudt in "einer der schwierigsten Situationen der letzten Jahre" ein Neustart erfolgen. "Wir haben keine Zeit und müssen das jetzt, hier und heute machen", sagte Staudt.

Sportdirektor Fredi Bobic sprach seinen Wunschkandidaten direkt an. "Für die Mission, Bruno, wünsche ich Dir alles Gute. Sei Dir sicher: Wir stehen voll hinter Dir." Auch Bobic sprach von einem "Neuanfang" mit Labbadia und dessen Assistenten Eddy Sözer, die den zweiten Absturz nach 1975 verhindern sollen.

Gegen Odense BK erstmals auf der Bank

Labbadia wird im bedeutungslosen Europa-League-Spiel am Donnerstag gegen Odense BK erstmals auf der VfB-Bank sitzen. Danach folgen die beiden Partien in der Liga und im DFB-Pokal gegen Bayern München. Zwei schwere Aufgaben, aber auch dankbar, hat Labbadia gegen den Rekordmeister doch nichts zu verlieren.

"Ich empfinde eine Riesenbegeisterung für die Aufgabe, aber auch für den Klub. Der VfB hat große Möglichkeiten mit dem neuem Stadion. Wir sind heute bei Regen angekommen, und als wir ins Stadion kamen, hat die Sonne geschienen", sagte Labbadia. Das empfand er als Zeichen für seine Mission: Auch im Mai soll beim VfB wieder eitel Sonnenschein herrschen - nach dem Klassenerhalt.

Mit nur zwölf Punkten aus 16 Spielen belegt der VfB einen Abstiegsplatz, weshalb Labbadia sagte: "Ich weiß, dass der Einstieg schwer ist. Es ist eine interessante Aufgabe, aber auch eine, die ich mit sehr großem Respekt angehe. Ich bin mir der Schwere der Aufgabe bewusst und weiß, dass wir eine Situation haben, in der es nicht mehr fünf vor Zwölf ist, sondern ein Schritt darüber hinaus." Dennoch ist er "überzeugt, dass wir es schaffen können, wenn wir alles dafür tun. Und das werden wir machen."