Bonn (SID) - Im Streit um ein rechtssicheres Kontrollsystem haben die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) und Datenschützer am "Runden Tisch" die Grundlage für einen Kompromiss gelegt und einen drohenden juristischen Streit vorerst abgewendet. "Das Arbeitstreffen hat in einer sehr konstruktiven Atmosphäre stattgefunden. Wir werden auch künftig jederzeit die Verhältnismäßigkeit zwischen Kontroll- und Datenschutzerfordernissen abwägen", sagte der NADA-Justiziar Lars Mortsiefer mit Blick auf die Tagung am Mittwoch in Düsseldorf mit Datenschützern aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Der Mainzer Datenschutz-Beauftragte Edgar Wagner sagte der Süddeutschen Zeitung, er sei "für den Anfang sehr zufrieden". Die NADA habe sich bewegt, beim nächsten Treffen im Februar sollen Zugeständnisse formell festgehalten werden.

Testverfahren bei Minderjährigen auf dem Prüfstand

Die NADA kündigte in einer ersten Stellungnahme an, auf Anregung der Datenschützer das Regelwerk auf weitere Modifikationen in Bezug auf Minderjährige zu prüfen. Schon jetzt gehe die NADA mit ihrer Regelung, dass unter 16 Jahre alte Sportler die Sichtkontrolle bei der Urinabgabe verweigern dürfen, über die Vorgaben der Welt Anti-Doping Agentur (WADA) hinaus.

Zudem sagte die NADA zu, die Datenschützer bei der kommenden Revision des Nationalen Anti-Doping-Codes (NADC) stärker einzubinden. Als dritte Maßnahme vorgesehen ist eine stärkere Bewerbung des externen Datenschutzbeauftragten Wolfgang von Pommer Esche, der für die NADA als Ombudsmann Fragen zum Datenschutz beantwortet.

Jüngst war das Anti-Doping-Meldesystem für Spitzensportler unter schweren Beschuss geraten. Der Landesdatenschutzbeauftragte von Rheinland-Pfalz, Stefan Brink, hatte die Datenerhebung und -verarbeitung als rechtswidrig eingestuft. Der Nationale Anti-Doping-Code führe zu einer "unerträglichen Verletzung" der Intims- und Privatsphäre von Sportlern.

Athleten sollen sofort aus Kontrollsystem aussteigen können