Mannheim (SID) - Als die Diagnose nach der Kernspintomographie in der Uniklinik Mannheim feststand, spürte Wladimir Klitschko neben den starken Schmerzen nur noch die große Leere. Ein 3,7 Zentimeter langer Riss in der Bauchmuskulatur zwang den Schwergewichts-Weltmeister in die Knie - und hat den für Samstag geplanten "Racheakt" gegen seinen englischen Herausforderer Dereck Chisora platzen lassen.

"Es machte auf einmal Knack an einer Stelle, die überhaupt nicht zu beschreiben ist. Die Schmerzen waren extrem. Ich konnte mich kaum bewegen", sagte "Dr. Stealhammer" Klitschko dem TV-Sender RTL und fügte traurig an: "Eigentlich bin ich in der Top-Verfassung meines Lebens. Nun bin ich total enttäuscht." Passiert war das Malheur im Pratzentraining mit Trainer Emanuel am Mittwochnachmittag.

Neuansetzung offen

Ob der ursprünglich für Samstag in Mannheim vorgesehene 19. WM-Kampf Klitschkos gegen den in 14 Profikämpfen ungeschlagenen Chisora nachgeholt wird, steht derzeit noch nicht fest. "Chisora ist dazu nicht verpflichtet. In den nächsten Wochen werden wir mit einigen Leuten sprechen. Dann fällt eine Entscheidung", erklärte Klitschko-Manager Bernd Bönte am Donnerstag dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Für Chisora, der Klitschko nach der Absage gegenüber RTL als "Kneifer" bezeichnete, hatte der Ukrainer nur Spott übrig. "Er kann jetzt die Zeit genießen und Weihnachten und Silvester ohne Kopfschmerzen feiern." Chisora hatte gegenüber dem BBC-Radio 5 geäußert: "Ich glaube, er wollte nicht kämpfen." Klitschko selbst muss wegen der Verletzung seinen Neujahrsurlaub umplanen. "Ich hatte mich eigentlich schon darauf gefreut, Silvester irgendwo hinzufliegen, wo ich Kitesurfen kann. Das wird nun nichts."

Gerüchte nicht bestätigt

Gerüchte, denen zufolge es bereits in den nächsten Monaten in Las Vegas den von der Boxwelt ersehnten Kampf gegen den Briten David Haye geben könnte, wollte Klitschko nicht bestätigen: "Ich habe davon noch nichts gehört, denn mein ganzer Fokus lag jetzt auf Dereck Chisora."