Pretoria (SID) - Oliver Bierhoff ist seit 2006 Teammanager der deutschen Nationalmannschaft. Gemeinsam mit dem damaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann läutete der frühere Kapitän eine neue Ära bei der DFB-Auswahl ein. Bei der WM 2010 in Südafrika arbeitet der 42-Jährige zum zweiten Mal bei einem großen Turnier an der Seite von Bundestrainer Joachim Löw.

Nach den geplatzten Vertragsgesprächen mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu Jahresbeginn ist seine Zukunft nach der WM aber ebenso ungewiss wie die von Löw. Im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) berichtet der Teammanager über seine persönlichen Planungen sowie seine Erwartungen an die deutsche Mannschaft bei der WM-Endrunde.

SID: "In gut einem Monat ist die WM schon wieder Vergangenheit, ihre eigene Zukunft ist nach den geplatzten Vertragsgesprächen mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) aber nach wie vor ungeklärt. Ist diese Ungewissheit für Sie eine Belastung während der WM-Endrunde?"

Oliver Bierhoff: "Ich mache mir derzeit darüber überhaupt keine Gedanken, und das ist nicht so daher gesagt. Ich habe im Vorfeld der WM natürlich noch einmal mit Joachim Löw sowie unserem Co-Trainer Hansi Flick und unserem Torwarttrainer Andreas Köpke dieses Thema erörtert, aber hier in Südafrika konzentrieren wir uns alle nur auf die WM. Für uns alle ist es ein erster Schritt, unsere Arbeit gut zu machen, danach sehen wir weiter. Ich habe zu meiner eigenen Zukunft im Moment eigentlich gar keine Meinung und bin froh, dass die Entscheidung darüber erst nach der WM fällt."

SID: "Bis zu den gescheiterten Vertragsverhandlungen zu Beginn des Jahres hieß es immer, dass Ihre Zukunft an die von Joachim Löw geknüpft ist und umgekehrt. Ist dies immer noch der Status Quo?"

Bierhoff: "Die Zusammenarbeit mit Joachim Löw ist weiterhin gut und eng. Generell herrscht blindes Vertrauen in unserem Viererkreis mit Löw, Flick, Köpke und mir. Für mich war es schon wichtig, dass Joachim Löw bei den Differenzen und Irritationen zu Jahresbeginn im Zusammenhang mit den Vertragsgesprächen mir den Rücken gestärkt und seine Verbundenheit zu mir deutlich zum Ausdruck gebracht hat. Aber klar ist auch, wir sind zwei individuelle Personen, die ihre eigene Zukunft nicht voneinander abhängig machen müssen. Ich denke aber, es ist deutlich geworden, dass wir als Team gut harmoniert haben und das auch ein wichtiger Aspekt für den Erfolg ist."

SID: "Sie sind als Teammanager bei ihrem dritten großen Turnier dabei. Hat sich Ihre Arbeit im Laufe der Zeit verändert?"