Johannesburg (SID) - Erst hatte Joseph S. Blatter die Spendierhosen an, dann kündigte der Präsident des Fußball-Weltverbandes FIFA eine vierte Amtszeit an: Am Vortag des WM-Eröffnungsspiels verkündete der 74-jährige Schweizer in Johannesburg, dass er sich im Juni 2011 in Zürich auf dem 61. Ordentlichen FIFA-Kongress erneut zur Wahl stellen wird.

"Ich habe meine Aufgabe noch nicht erfüllt. Ich werde meine ganze Kraft, Energie und Leidenschaft aufbringen und bin bereit für eine weitere Amtszeit", sagte Blatter den 206 stimmberechtigten Delegierten im Convention Center von Sandton. Der Eidgenosse will sich zum vierten Mal nach 1998, 2002 und 2007 um den Präsidentenposten bewerben. Er ließ allerdings offen, ob es seine letzte Amtszeit als FIFA-Boss sein werde. Ein möglicher Gegenkandidat könnte Mohamed bin Hammam aus Katar sein, der Chef der asiatischen Konföderation AFC. Einen Seitenhieb auf einige Exekutivmitglieder, die 2002 den Aufstand gegen ihn geprobt hatten, konnte sich Blatter nicht verkneifen: "Es gab Kräfte, die mich rausschmeißen wollten. Es hat zwei Amtszeiten gedauert, ehe der Präsident von allen akzeptiert wurde. Es spricht nicht gerade für Fair Play, wenn der gewählte Präsident infrage gestellt wird."

Blatter: "Das sind wunderbare Zahlen"

Zuvor hatte Blatter den FIFA-Mitgliedsverbänden am Vortag des WM-Eröffnungsspiels in Südafrika die beeindruckendsten Zahlen in der 106-jährigen Geschichte des Weltverbandes vorgelegt: Die FIFA hat erstmals beim Eigenkapital die Schallmauer von einer Milliarde US-Dollar (1,061 Milliarden) durchbrochen, daraufhin verkündete Blatter seinen "Aktionären" die Auszahlung einer "Dividende" für 2009.

"Seid ihr jetzt nicht alle glücklich? Das sind wunderbare Zahlen", sagte Blatter am Donnerstag, nachdem die FIFA einen Gewinn von 196 Millionen US-Dollar bei Einnahmen von 1,059 Milliarden US-Dollar verbuchen konnte.

Jeder der 208 FIFA-Mitgliedsverbände erhält für 2009 zusätzlich eine Bonuszahlung von 250.000 US-Dollar (insgesamt 52 Millionen US-Dollar), jede der sechs Konföderationen bekommt 2,5 Millionen US-Dollar (insgesamt 15 Millionen US-Dollar). Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat der FIFA offensichtlich nichts anhaben können. Die 80 Millionen US-Dollar, die dem südafrikanischen OK als Gewinn garantiert wurden, schüttelt der Weltverband aufgrund dieser Summen ganz locker aus der Tasche.

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