Johannesburg (SID) - Brasiliens Idol Pele glaubt bei der WM in Südafrika nicht an deutschen Fußball-Zauber. "Es ist schwer vorstellbar, dass die Deutschen schön spielen werden. Sie gehören wie Italien oder England zu den Mannschaften, die stark spielen, sich allerdings sehr auf die Defensive konzentrieren", sagte der dreimalige Weltmeister dem SID in Johannesburg.

Dennoch hat Pele das DFB-Team nicht von der Liste der Titelkandidaten gestrichen. "Unglücklicherweise gewinnen nicht immer die Teams die WM, die spielerisch glänzen. Es sind sieben Spiele zu überstehen. Das ist ein weiter Weg, auf dem viel passieren kann", sagte der 69-Jährige. Pele sieht Deutschland zumindest für das Auftaktspiel am Sonntag in Durban gegen Australien (20.30 Uhr/ZDF und Sky live) als Favoriten an - wobei er auch dem Gegner eine Außenseiterchance einräumt.

"1950 war ich neun Jahre alt, und es kam zum WM-Spiel England gegen die USA. Niemand kannte die Spieler der USA, aber sie haben 1:0 gewonnen", sagte der Weltfußballer des vergangenen Jahrhunderts: "Im Fußball ist alles möglich. Vielleicht kann auch Australien gewinnen."

Brasilien und Spanien als stärkste Mannschaften

Für Spektakel können bei dem Turnier am Kap nach Einschätzung Peles vor allem Europameister Spanien, die Niederlande, Portugal und - natürlich - Brasilien sorgen. "Wir sind neben Spanien die stärkste Mannschaft. Ich hoffe, dass ich dem Team mit meiner Anwesenheit und meinem Geist helfen kann. Ich werde mit meinem Herzen immer bei den Spielern sein", sagte der frühere Star des FC Santos. Pele setzt auf den wiedergenesenen Selecao-Spielmacher Kaka (Real Madrid): "Er ist schließlich einer der besten Spieler der Welt."

Die Brasilianer treffen zum Auftakt des Turniers am kommenden Dienstag auf Nordkorea (20.30 Uhr/ZDF und Sky live). Außerdem warten in der Vorrundengruppe G Portugal und die Elfenbeinküste. Die Ivorer könnte sich Pele offenbar auch gut als Finalgegner seines Heimatlandes vorstellen. "Ich hoffe, dass Brasilien und eine afrikanische Mannschaft das Finale bestreiten werden", sagte der 92-malige Nationalspieler.

Hoffen auf Final-Teilnehmer aus Afrika