Girlan (SID) - Andreas Beck wollte nur noch weg: Nach seiner enttäuschenden Ausbootung für die WM in Südafrika verließ der 23 Jahre alte Rechtsverteidiger von 1899 Hoffenheim am Mittwoch noch vor der deutschen Nationalmannschaft fluchtartig das Trainingslager in Südtirol und brach direkt in den Zwangsurlaub auf. Statt mit dem Vizeeuropameister am Kap der guten Hoffnung nach dem vierten WM-Titel zu jagen, ist Beck in den kommenden Wochen zum Zuschauen verdammt.

"Natürlich ist die Enttäuschung groß", sagte Beck und fügte auf der Homepage der Nationalmannschaft team.dfb.de hinzu: "Ein bisschen habe ich geahnt, dass es vielleicht eng werden könnte, aber ich habe alles gegeben und mich auf jede Trainingseinheit gefreut. Eine solche Situation ist nicht einfach, zumal ich nach den verletzungsbedingten Ausfällen der einzige bin, der gehen muss. Aber sie gibt mir auch die Möglichkeit, daran als Persönlichkeit zu wachsen." Letzlich habe es in der Abwehr zu viele Alternativen gegeben, meinte Beck.

Trost von der Familie

Nachdem der U21-Europameister am Dienstagabend nach der Entscheidung von Löw noch relativ gefasst gewirkt und der Mannschaft zudem noch viel Glück für die WM gewünscht hatte, überkam Beck dann am Mittwochmorgen die ganze Enttäuschung. Beck wollte nur noch weg, um die Enttäuschung über die verpasste WM-Premiere im Kreise seiner Familie zu verarbeiten.

"Mein Ziel ist jetzt die EM 2012 in Polen und der Ukraine", meinte der in Sibirien geborene Beck fast trotzig. Löw hatte zuvor noch damit gerechnet, dass der Hoffenheimer mit der DFB-Auswahl zusammen von Bozen nach Frankfurt zurückreist. Doch das wollte sich Beck offenbar nicht mehr antun.

Allerdings bleibt der Verteidiger erster Nachrücker, falls noch ein weiterer Abwehrspieler für die WM-Endrunde ausfällt. Mit Blick auf den Verletzungs-Fluch, der die Mannschaft seit dem Ausfall von Kapitän Michael Ballack verfolgt, keine allzu unwahrscheinliche Variante. "Keine Frage: Falls noch etwas passieren sollte, wäre er selbstverständlich in der Abwehr der erste Kandidat, der nachnominiert wird", bestätigte Löw.

Beck bleibt nur der Fernseher