Roodepoort (SID) - Deutschlands erster WM-Gegner Australien sorgt neun Tage vor dem Start der WM für jede Menge Gesprächsstoff. Zunächst ließen die "Socceroos" durch ein 1:0 im Testspiel gegen WM-Teilnehmer Dänemark aufhorchen, dann sorgten die Aussies durch ihre Hinhaltetaktik bei der Verkündung des 23-Mann-Kaders für Aufregung. Schließlich fuhr Trainer Pim Verbeek schwere Geschütze gegen Coach Gordon Strachan vom FC Middlesbrough auf.

"Geheimnisvolles Spiel um Australiens Kader", titelte die englische Zeitung Guardian am Mittwoch. Während alle anderen 31 WM-Teilnehmer ihre endgültigen WM-Aufgebote längst bekannt gegeben hatten, mauerte Australiens eigenwilliger Trainer Verbeek. Erst Stunden nach Nominierungsschluss gelangten Informationen über das endgültige Aufgebot langsam an die Öffentlichkeit.

Im südafrikanischen Roodepoort gab Verbeek schließlich bekannt, dass Torhüter Eugene Galekovic (Adelaide United), die Abwehrspieler Rhys Williams (FC Middlesbrough) und Shane Lowry (Aston Villa) sowie die Mittelfeldspieler Tommy Oar (FC Utrecht) und James Holland (AZ Alkmaar) den Sprung zur WM im letzten Moment verpasst hätten. Mit einem Kader von 28 Spielern war das Team von fünften Kontinent frühzeitig nach Südafrika gereist, nur 23 Spieler lässt der Fußball-Weltverband FIFA für das Turnier zu.

Heftige Kritik an Middlesbrough-Trainer

Doch damit der Aufregung nicht genug. Verbeek sorgte in Bezug auf die Streichung von Abwehrspieler Willimas für zusätzlichen Zündstoff. Dem 21 Jahre alten Talent vom FC Middlesbrough wurde eine Beckenverletzung zum Verhängnis, die laut Verbeek Klub-Trainer Gordon Strachan zu verantworten habe. "Strachan hat ihn mehrere Wochen trotz Verletzung spielen lassen. Ich bin sicher, wenn er einen normalen Rhythmus gehabt hätte, wäre er bei der WM dabei", sagte Verbeek dem Daily Telegraph.

Während Williams sich sofort wieder auf den Weg zurück nach England machte, durfte Angreifer Harry Kewell bleiben. Der Top-Stürmer von Galatasaray Istanbul erhielt trotz seiner anhaltenden Leistenverletzung das Vertrauen des Trainers. Am Donnerstag treffen die Australier im letzten Testspiel vor dem WM-Start in Roodepoort auf die USA. Bei der WM-Endrunde geht es am 13. Juni in Durban gegen die DFB-Elf. Weitere Vorrundengegner sind Ghana (19. Juni in Rustenburg) und Serbien (23. Juni in Nelspruit).

Den vorletzten WM-Test meisterten die Australier mit Bravour. Am Dienstag setzte sich die Verbeek-Elf gegen WM-Teilnehmer Dänemark mit 1:0 durch. Nach einer torlosen und höhepunktarmen ersten Halbzeit erzielte der frühere Bundesliga-Spieler Joshua Kennedy in der 71. Minute das Tor des Tages. Vor dem Spiel gegen Deutschland bremste Keeper Mark Schwarzer vom FC Fulham aus der englischen Premier League jedoch die Euphorie: "Deutschland ist trotz einiger Probleme ein starkes Team. Das haben sie schon oft bei der WM bewiesen."