Johannesburg (SID) - Der Fußball-Weltverband FIFA hat trotz der Kritik an Schiedsrichtern, leeren Plätzen in den Stadien und mäßiger Organisation ein positives Zwischenfazit der WM gezogen. "Das Turnier ist bislang fantastisch. Wenn wir am Tag des Endspiels auf dem Level von heute sind, war das eine perfekte WM", sagte Generalsekretär Jerome Valcke am Samstag, einen Tag nach Abschluss der Vorrunde mit 48 Spielen. Auch FIFA-Präsident Joseph S. Blatter sei seit WM-Beginn "sehr gelassen."

Valcke ging zur Halbzeit des ersten Turniers auf dem Schwarzen Kontinent sogar so weit, die Kap-Republik als Ersatz-Ausrichter für gefährdete Turniere ins Gespräch zu bringen: Südafrika sei jederzeit in der Lage, "Plan B" der FIFA zu sein. Anfängliche Probleme "mit dem Transport und leeren Sitzen" seien inzwischen gelöst: "Natürlich gibt es jeden Tag noch Arbeit. Aber unsere täglichen Sitzungen werden immer kürzer."

Video-Beweis kein Thema

Die zum Teil heftige Kritik an den Schiedsrichtern habe die FIFA zur Kenntnis genommen. "Wir haben nie behauptet, dass es keine Fehler gab. Da gibt es noch viel Arbeit", sagte Valcke, der für die Zeit nach der WM Gespräche mit der Schiedsrichterkommission des Weltverbandes ankündigte. Der Video-Beweis werde dabei kein Thema sein, einzig die Einführung von zwei zusätzlichen Strafraum-Schiedsrichtern stehe zur Diskussion.

Auch mit dem bisherigen Spielniveau zeigte sich der Franzose trotz zahlreicher Kritik zufrieden. "Wir haben nicht immer großen Fußball gesehen, aber die Leistungen waren insgesamt gut." Auffällig sei der starke Auftritt der Teams aus Südamerika und Asien: "Europa ist nicht mehr der einzige Kontinent mit gutem Fußball. Die anderen Konföderationen haben aufgeholt", sagte Valcke. Eine andere Verteilung der WM-Startplätze sei deswegen aber kein Thema.

Eine Warnung schickte der FIFA-"General" in sein Heimatland: "Ich habe der französischen Sportministerin gesagt, dass sie vorsichtig sein soll. Kein Politiker kann einen Sportfunktionär zum Rücktritt zwingen", sagte Valcke, nachdem Ministerin Roselyne Bachelot nach dem WM-Debakel der Equipe Tricolore ein Rücktritt von Verbandspräsident Jean-Pierre Escalettes als "unvermeidlich" bezeichnet hatte." Einmischungen von Staatsseite in die Verbandsautonomie werden von der FIFA eigentlich mit Suspendierungen der Mitgliedsverbände geahndet.

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