Johannesburg (SID) - Ein Papageienzüchter mit Vorliebe für Rockmusik und Elfmeterpfiffe entscheidet am Sonntagnachmittag über das weitere WM-Schicksal der deutschen -Nationalmannschaft. Jorge Larrionda aus Uruguay ist als Schiedsrichter für das Duell der Erzrivalen Deutschland und England in Bloemfontein (16.00 Uhr/ARD und Sky live) angesetzt.

Der 42-Jährige, hauptberuflich Buchhalter einer Baufirma in Montevideo, gilt als konsequent und kompromisslos. 2010 stellte er einen Rekord auf, als er im uruguayischen Ligaspiel zwischen Villa Espanola und Penarol Montevideo fünf Elfmeter verhängte. Im Mai 2010 leitete Larrionda ein Spiel der südamerikanischen Copa Libertadores - nicht eine Minute war gespielt, da flog einer der Spieler bereits vom Platz.

Larrionda ist stets völlig unparteiisch, deshalb hat er bis heute niemandem verraten, welcher sein Lieblingsverein in Uruguay ist. Dabei haben Reporter sogar schon seine Kinder befragt, um das Geheimnis zu lüften. Umso härter traf es Jorge Larrionda, dass er sich 2002 - anscheinend ungerechtfertigt - Korruptionsvorwürfen ausgesetzt sah und für die WM in Japan und Südkorea nicht nominiert wurde.

Bei der WM in Südafrika hat Larrionda für einigen Ärger gesorgt, vor allem bei den Serben: Nationaltrainer Radomir Antic fühlte sich nach dem 1:2 gegen Australien "betrogen". Objektiv betrachtet hat Larrionda in seinen drei Vorrundenspielen, die er leiten durfte, einwandfrei gepfiffen. Bei der WM 2006 leitete er das Halbfinale zwischen Frankreich und Portugal (1:0).