Pretoria (SID) - Er sitzt im Stadion, drückt die Daumen und hält seine "Chefin" Angela Merkel per SMS auf dem Laufenden: Thomas de Maiziere wird Sonntag ins WM-Geschehen "eingreifen" und als für den Sport zuständiger Bundesminister das Achtelfinale zwischen Deutschland und England in Bloemfontein (16.00 Uhr/ARD und Sky live) besuchen. Am Ausgang der Partie ließ der Politiker keinen Zweifel: "Deutschland gewinnt 2:1 ohne Verlängerung und Elfmeterschießen", sagte Innenminister de Maiziere in Pretoria im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Zum Auftakt seines mehrtägigen Besuchs hatte sich de Maiziere am Samstag von der Polizei über die Sicherheitsstandards bei der WM in Südafrika informieren lassen und die erhöhte Bereitschaft beim Klassiker am Sonntag begrüßt. "Deutschland ist ein wichtiges, im Fokus stehendes Land. England auch. Deswegen ist es von südafrikanischer Seite als Risiko-Spiel eingestuft worden", erklärte de Maiziere.

Elite-Einheiten bei Deutschland-Spiel

Genaue Angaben über die erhöhte Anzahl der Beamten wollte de Maiziere nicht machen. Wie Polizeisprecherin Sally de Beer am Samstag erklärte, werden zum Spiel Elite-Einheiten eingesetzt. Es sei umfangreiche Ausrüstung für Sicherheitskräfte nach Bloemfontein gebracht worden. "Dieses Spiel ist definitiv in der höchsten Sicherheitsstufe anzusiedeln", sagte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke.

Nach Einschätzung von de Maiziere drohe zumindest aus Europa keine große Gefahr. "Wir haben das Glück, dass kaum gewalttätige Fans aus Europa hierhergekommen sind, weil es weit weg und ihnen zu teuer ist", sagte de Maiziere. Nur wenige der Polizei bekannte Problemfans seien in Südafrika. Vor der WM hatte es für gewaltbereite Anhänger Gefährdeansprachen durch die Polizei gegeben, bestätigte Hendrik Große Lefert, Leiter der deutschen Polizeidelegation in Südafrika.

Gute Sicherheitsvorkehrungen in Südafrika

De Maiziere stufte den bisherigen Verlauf in punkto Sicherheit bei der WM als Erfolg ein. Natürlich habe es wie bei jeder Großveranstaltung ein paar Vorfälle im Zusammenhang mit den Spielen gegeben. Dass etwa ein Tourist einem Herzinfakt erlag, sei traurig, aber so etwas passiere. Auch gab es im Vorfeld der WM Hinweise auf terroristische Anschläge, die sich bislang zum Glück nicht bewahrheitet hätten.