Johannesburg (SID) - Bereits am 6. März 2010 hatte das International Football Association Board (IFAB) als Regelhüter des Weltfußballs die Entscheidung getroffen, keine technischen Hilfsmittel für Schiedsrichter zuzulassen. Das IFAB verwarf vor knapp vier Monaten auf seiner 124. Versammlung in Zürich solche Überlegungen. "Wir haben uns entschieden, keine Technik im Fußball zuzulassen", sagte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke damals.

Es ging um die Einführung von Torkameras oder des Chips im Ball. Beide möglichen Neuerungen waren erörtert worden, um bei strittigen Torszenen Klarheit zu bekommen.

Am Sonntag war im WM-Achtelfinale in Bloemfontein zwischen England und Deutschland (1:4) in der 38. Minute ein reguläres Tor von Frank Lampard nicht anerkannt worden. Der Ball hatte bei dem Schuss des Mittelfeldspielers vom FC Chelsea die Torlinie klar überschritten. Schiedsrichter Jorge Larrionda (Urugauy) ließ jedoch weiterspielen.

Absage an Chip im Ball und Torkamera

Das IFAB besteht traditionell jeweils aus einem Vertreter der britischen Verbände (England, Schottland, Wales und Nordirland) sowie vier Vertretern des Weltverbandes FIFA. Das International Board hatte sich bei der Tagung im März mit den neuesten technischen Möglichkeiten beschäftigt. Dazu zählten ein Chip im Ball, der signalisiert, wenn der Ball die Torlinie überquert. Die zweite Variante war eine Torkamera, die Aufschluss über die genaue Lage des Balles geben sollte.

Beide Lösungen wurden aber mit großer Mehrheit verworfen. "Wir sind alle der Meinung, dass die Technologie aus dem Spiel herausgehalten werden muss, denn das Besondere sind die Menschen, und da gehören auch Fehler dazu", sagte Valcke am 6. März 2010.

Am 18. Mai 2010 hatten die Regelhüter des Weltfußballs allerdings die Fortsetzung des Torrichter-Experimentes beschlossen. Nach Übereinkunft des Gremiums ist der Einsatz der Torrichter den sechs Konföderationen und 208 Mitgliedsverbänden für die nächsten zwei Jahre freigestellt.