Frankfurt/Main (SID) - Hunderttausende feierten auf den Straßen, Golfstar Martin Kaymer puttete im Deutschland-Trikot, die deutschen Formel-1-Fahrer machten die Boxengasse zur Fanmeile, und Kanzlerin Angela Merkel war sogar im fernen Kanada sichtlich bewegt - das 4:1 der deutschen Nationalmannschaft im WM-Achtelfinale gegen England bescherte ganz Deutschland bei perfektem Sommerwetter ein unvergessliches Sonntagsmärchen.

Die Freude der Fans wurde allerdings nicht von allen geteilt. Eine 21 Jahre alte Frau und ein 19 Jahre alter Mann wurden beim Autokorso in Bremerhaven durch Schüsse aus einer Luftdruckpistole verletzt. Der Mann erlitt eine leichte Verletzung an der Schulter, die Frau an der Hand. Die 21-Jährige erlitt zudem einen Schock und befindet sich noch im Krankenhaus. Woher die Schüsse am Sonntag um kurz nach 18.00 Uhr abgefeuert wurden, ist noch unklar. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Deutschlandweit hatten die Beamten aber trotz der zahlreichen Fanfeste nur wenig zu tun. Lediglich bei Auto-Unfällen während der Korsos musste die Polizei eingreifen, ernsthafte Ausschreitungen blieben aus. Mehr Arbeit hatten die Rettungskräfte, die sich aufgrund der Hitze um zahlreiche Fans mit Kreislaufproblemen kümmern mussten.

Keine TV-Rekordquote

Das Sommerwetter und die Public-Viewing-Veranstaltungen sorgten zudem dafür, dass die ARD keine Rekordquote verzeichnen konnte. Insgesamt 25,57 Millionen Zuschauer verfolgten das Spiel vor dem heimischen TV-Gerät. Das letzte Gruppenspiel gegen Ghana (1:0) hatte 29,19 Millionen Zuschauer vor den Fernseher gelockt. Dafür konnte die ARD den Marktanteil noch einmal steigern. Waren es gegen Ghana noch 85,8 Prozent, so lag der Anteil diesmal bei 87,2 Prozent.

Vor dem TV saß auch Merkel beim G20-Gipfel in Toronto. "Das war ein tolles Spiel und ein toller Sieg. Ich bin noch ganz bewegt", sagte die Kanzlerin nach der Begegnung: "Es hat in den Beinen und in den Köpfen alles gestimmt, daher kam es zu diesem wunderbaren Spiel. Was ich hier an Akzeptanz für die deutsche Mannschaft gehört habe, das wird sich weltweit rumsprechen. Das war toll, weiter so."

Großer Andrang beim Public Viewing