Berlin (SID) - Thomas de Maiziere hat die deutsche Nationalmannschaft für ihre bisherigen Auftritte bei der WM in Südafrika gelobt, gleichzeitig warnte der Bundesinnenminister davor, die politische Kraft des Sports zu überschätzen. "Der Fußball hat politische Kraft, Integrationskraft, Bindungskraft. Es gibt nicht viele Ereignisse, wo sich eine ganze Nation um ein Ereignis versammelt: an Weihnachten und beim Fußball. Umgekehrt darf man den Fußball aber auch nicht überbewerten und idealisieren", sagte de Maiziere im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Von der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist de Maiziere, der den 4:1-Erfolg im Achtelfinale gegen England in Bloemfontein im Stadion miterlebte, unterdessen begeistert: "Sie spielen sehr gut zusammen - und was natürlich eine Rolle spielt, dass wir eine Mischung haben zwischen robusten Hünen hinten und quirligen, technisch begabten Spielern im Mittelfeld und im Angriff. Diese Mischung hat es lange nicht gegeben. Das macht die Kraft dieser Mannschaft aus."

Zudem lobte der Bundesinnenminister den Zusammenhalt und Bundestrainer Joachim Löw. "Von den 23 Spielern sind elf Migranten, wenn man Poldi dazuzählen will. Da gibt es eine besondere Form von Leistungsbereitschaft, einen Drang nach Selbst- und Fremdanerkennung. Auch das tut einer Mannschaft gut", meinte de Maiziere und fügte mit Blick auf einen möglichen Abgang von Löw an: "Ich würde ohne Jogi Löw den frischen Offensivfußball, mit dem die deutsche Mannschaft auch international bestehen kann, schon sehr vermissen. Das ist Jogi Löws Leistung."