London (SID) - Glamour-Boy David Beckham will lieber spielen, Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann fehlt offenbar die Rückendeckung im Verband - deshalb soll Teammanager Fabio Capello seinen Vertrag bei der englischen Nationalmannschaft trotz der peinlichen Auftritte bei der WM in Südafrika nun doch erfüllen.

"Capello ist der richtige Mann für diesen Job. Er hat nur ein einziges Spiel verloren. Und er hat noch einen Vertrag bis 2012. Mehr gibt es derzeit nicht zu sagen", sagte Phil Gartside, Vorstand im englischen Verband FA und gemeinsam mit dem Vorsitzenden Sir Dave Richards zudem verantwortlich für den für die "Three Lions" zuständigen "Club of England."

Boss Richards hatte zuvor angekündigt, dass er sich nach dem WM-Aus des Weltmeisters von 1966 im Achtelfinale gegen Deutschland (1:4) zwei Wochen Zeit lassen wolle, ehe er eine Entscheidung über die Zukunft von Capello treffe. Die plötzlich Kehrtwende innerhalb der FA schockte am Mittwoch vor allem die englischen Medien, die sich seit dem WM-Debakel auf Capello eingeschossen hatten. "Oh no! Fabio won't go!", titelte der Daily Mirror.

Gerüchte um Beckham und Klinsmann

Spekulationen der "Yellow Press" zufolge sollen England-Star Beckham sowie der ehemalige Bundestrainer Klinsmann Kandidaten für eine Nachfolge des Italieners sein. Der 35 Jahre alte Beckham kündigte am Mittwoch jedoch an, dass er nach überstandener Achillessehnenverletzung eigentlich noch zwei Spielzeiten lang Fußball spielen wolle.

Der frühere Tottenham-Star Klinsmann selbst käme zumindest ins Überlegen, wenn man ihm den Posten anbieten würde. Allerdings scheint es derzeit so, als wolle der englische Verband mit Blick auf eine erfolgreiche Qualifikation für die EURO 2012 in Polen und der Ukraine keinen großen Umbruch einleiten und eher weiter auf Capello setzen.

Ohnehin hält Capello mit aller Macht an seinem Job als Englands Teammanager und seinem noch zwei Jahre laufenden Vertrag fest. Ein Rücktritt kommt für den Italiener offensichtlich nicht infrage. "Ich werde nicht zurücktreten. Ganz bestimmt nicht. Ich habe gesagt, ich möchte auf jeden Fall weiter Teammanager von England bleiben", sagte der 64-Jährige. Eine Trennung von Capello würde die FA auch teuer zu stehen kommen. Capello verdient umgerechnet 7,3 Millionen Euro im Jahr, die bei einer Entlassung zu zahlende Abfindung beträgt 13,8 Millionen Euro.