Johannesburg (SID) - Ein bewaffneter Raubüberfall auf drei Journalisten hat die Diskussion um die Sicherheit bei der WM in Südafrika erneut aufflammen lassen. Zwei portugiesische Reporter und ein spanischer Kollege waren in der Nacht auf Mittwoch in ihrem als sicher geltenden Hotel überwältigt worden. Der Fotograf Antonio Simoes wurde bei dem Überfall mit einer Pistole bedroht. Die Täter raubten Bargeld, Kreditkarten, Arbeitsausrüstung und Kleidung. Verletzt wurde niemand.

"Ich war der Einzige, der wachgeworden ist, als die Täter kamen. Ein Mann hielt mir eine Pistole an den Kopf und befahl mir, still zu sein", sagte Simoes: "Das ganze dauerte vielleicht zwei Minuten, aber es kam mir vor wie zwei Stunden. Ich hatte noch nie solche Angst."

Von den Tätern fehlte vorerst jede Spur. "Zum Glück gab es keine Verletzten. Bislang haben wir noch niemanden festnehmen können. Aber wir sind guter Hoffnung, dass wir die Täter fassen", sagte Polizeisprecher Hangwani Mulaudzi am Mittwochnachmittag. 40 Polizisten waren erst angerückt, als die Täter schon geflohen waren.

FIFA äußert sich noch nicht

Die WM-Gastgeber hielten sich mit Aussagen zurück. "Wir warten jetzt zunächst die Ermittlungen der Polizei ab", sagte Sprecher Rich Mkhondo vom WM-Organisationskomitee am Mittwochmittag. Der Fußball-Weltverband FIFA äußerte sich zunächst nicht zu dem Überfall.

Die Opfer waren in Angst und Schrecken, sie berichteten von dramatischen Minuten: "Bewaffnete Männer sind gegen 4.30 Uhr in der Nacht in das Hotel eingedrungen. Die Täter haben alles mitgenommen. Geld, Ausweise, Fernseher, Kameras, Laptops und Handys - alles ist weg", wurde ein Opfer beim Internetportal Eyewitness zitiert.

Das überfallene Hotel Nutbush Boma Lodge befindet sich in Magaliesburg, etwa 120 Kilometer nordwestlich von Johannesburg entfernt. In der malerischen Kleinstadt hat die portugiesische Nationalmannschaft ihr WM-Quartier bezogen. Die Spanier treffen dort als letztes WM-Team am Freitag ein.