Berlin (SID) - Berlin reaktiviert die Fanmeile, Hamburg setzt auf die Reize der Reeperbahn: Vier Jahre nach dem schwarz-rot-goldenen Rausch bei der Fußball-WM in Deutschland hoffen die Veranstalter von Public-Viewing-Events auf ein zweites Sommermärchen. Während der WM in Südafrika sollen wieder Millionen Fans auf den Straßen oder in Bars gemeinsam mit dem deutschen Team mitfiebern und das Land in eine große Partyzone verwandeln.

"Das Public Viewing wirkt wie ein Magnet auf die Fans. Sie erleben die Emotionen in der Masse viel intensiver als alleine oder nur mit der Familie vor dem Fernseher", sagte Fanforscher Gunter A. Pilz dem SID und erklärte das Phänomen: "Bei vielen steht nicht mehr das Spiel im Vordergrund, sondern der Eventcharakter."

Riesenandrang erwartet

Da zwischen Deutschland und Südafrika keine Zeitverschiebung besteht, erwarten die zahlreichen Veranstalter einen Riesenandrang. "Wir werden ein zweites Sommermärchen erleben - wenn das Wetter mitspielt", sagt Christian Keller, der das Public Viewing für bis zu 70.000 Menschen auf dem Heiligengeistfeld im Hamburger Stadtteil St. Pauli organisiert. "Nach den Spielen können die Fans auf die Reeperbahn weiterziehen. Es wird Party ohne Ende geben."

Das behaupten auch die Organisatoren vom offiziellen FIFA-Fanfest in Berlin, das zunächst auf dem Olympiaplatz und ab dem 23. Juni auf der "Fanmeile", die seit der Heim-WM Kultstatus bei den Fans genießt, stattfindet. Die Hauptbühne wird nach einem Senats-Beschluss aber nicht am Brandenburger Tor, sondern an der Siegessäule stehen.

In München übernimmt die Rolle des "Fan-Mekkas" erneut der Olympiapark, der bis zu 60.000 Anhängern Platz bietet - ebenso wie die Arena auf Schalke, wo ebenfalls bei Spielen mit deutscher Beteiligung Public Viewing angeboten wird. Frankfurt bittet unter anderem auf dem Goetheplatz zum gemeinsamen Abfeiern. Zur Public-Viewing-Hauptstadt krönt sich jedoch laut dem Veranstaltungskalender venjoo.de die Stadt Stuttgart mit über 1500 Live-Übertragungen während der WM.

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