Johannesburg (SID) - Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher glaubt an Deutschland, "Kaiser" Franz Beckenbauer sieht Spanien und Brasilien vorn, Timo Boll denkt an Argentinien: Die Favoriten-Tipps der Sportprominenz für die WM in Südafrika gehen auseinander. Nur in einem sind sich alle einig: Deutschland wird eine gute Rolle spielen.

"Spanien und Brasilien stehen über allen anderen Mannschaften. Dahinter folgen Deutschland, Italien, Argentinien und England", sagt Beckenbauer, 1974 als Spieler und 1990 als Teamchef selbst WM-Champion. "Die Nationalmannschaft kann es bis ins Halbfinale schaffen. Dann trifft sie nach meiner Rechnung auf Brasilien. Ich fürchte, Brasilien wird Weltmeister", sagte der für den Sport zuständige Bundesinnenminister Thomas de Maiziere.

Im deutschen Formel-1-Lager genießt die DFB-Elf einen hohen Stellenwert. "Wenn wir ins Finale kommen, haben wir schon extrem viel erreicht", sagt der siebenmalige Champion Schumacher: "Wenn wir dann schon mal dort sind, wollen wir natürlich auch gewinnen."

Patriotismus unter den Formel-1-Fahrern

Konkurrent Sebastian Vettel glaubt fest an die Final-Teilnahme der Deutschen. Und wenn die DFB-Elf das Endspiel erreicht, sollte "sie auch gewinnen", forderte der Red-Bull-Pilot. Seine ausländischen Kollegen sind anderer Meinung. "Ich tippe auf England", sagte Weltmeister Jenson Button. Der italienische Teammanager der englischen Auswahl, Fabio Capello, habe den Spielern Beine gemacht. Ferrari-Fahrer Fernando Alonso glaubt an Spanien.

Für den zehnmaligen Tischtennis-Europameister Timo Boll kommt der Favorit aus Südamerika: "Ich vermute Argentinien und hoffe auf Deutschland", sagte Boll, der die Messlatte für das DFB-Team nicht so hoch legt: "Für Deutschland ist alles weitere als das Viertelfinale ein Erfolg." Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Anni Friesinger verfolgt die WM mit ihrem niederländischen Ehemann Ids Postma. "Wir drücken beiden Teams die Daumen", sagte die Inzellerin.

Im deutschen Reitlager genießt der Europameister hohes Ansehen: "Mein WM-Favorit heißt Spanien. Das Team ist in allen Mannschaftsteilen stark besetzt, die Blöcke aus Barcelona und Madrid verstehen sich", sagte Springreit-Olympiasieger Ludger Beerbaum. "Ich halte die Spanier für besonders torgefährlich, rechne aber auch immer mit unseren Nachbarn aus Holland", meinte Dressur-Olympiasiegerin Isabell Werth.